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Die Ananas soll golden leuchten

444 Jahre „Lusthaus“ Die Ananas soll golden leuchten

Jahrhundertelang waren sie hinter Lehm verborgen: Die bemalte Kassettendecke des Lusthauses auf dem Stadthäger Schlossteich, das derzeit grundsaniert wird, und die mit Figuren verzierten hölzerne Konsolen, sogenannte Figurenknaggen, die Ständer- und Deckenbalken verbanden. Beides sowie die originale Dachbekrönung, die „Ananas“, sind bis zum 22. Oktober im Museum Amtspforte zu sehen.

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Die bronzene „Ananas“, die Horst Faltz (von links), Theodor Vollmer und Museumsleiterin Susanne Slanina betrachten, wird restauriert und krönt wieder das Dach des Lustschlösschens.

Quelle: sk

STATDHAGEN. Die mannshohe kupferne Ananas, die Ende des 18. Jahrhunderts auf das Lusthaus gesetzt wurde – Fürstin Juliane ließ das Haus verputzen und eine Fassadendekoration im chinesischen Stil anbringen –, wird restauriert. Der Fruchtkörper, der auf alten Zeichnungen gelb dargestellt ist, soll vergoldet werden, berichtet Theodor Vollmer.

Dämmung muss berücksichtigt werden

Der Restaurator hat die Dekorationselemente aus der Zeit der Renaissance, besagte Knaggen und die Kassettendecke freigelegt, dokumentiert und in Teilen im Museum ausgestellt. Wer die über 400 Jahren alten Bauteile sehen möchte, hat dazu bis zum 22. Oktober Zeit. Dann werden sie eingelagert. Zu neuen Ehren im restaurierten Lusthaus, dessen Baujahr ein Gutachten auf 1573 festlegt, kommen die Elemente nicht. Die Restaurierung des Bauwerks führt nicht auf dessen Entstehungszeit zurück. Das wäre möglich gewesen, wenn das Schlösschen ausschließlich eine museale Bestimmung haben sollte, so Vollmer. Da es aber als Café genutzt werden soll, müssen Heizung – eine Wandheizung wird installiert – und Dämmung berücksichtigt werden. Die Sanierungsmaßnahme leitet der Architekt Horst Faltz. Die Ausstellung zeigt nicht nur Bauelemente, sondern auch die Baugeschichte des Lusthauses. Ursprünglich wies dieses kein typisches Fachwerk auf.

Unter Gräfin Johanna Sophie wurde die Fachwerkkonstruktion dann verändert und der Inneraum mit Lehm verputzt. Im 18. Jahrhundert verschwand auch das äußere Fachwerk hinter Putz, was 1914 rückgängig gemacht wurde. sk

 

Spende Dachbekrönung

Da die Grundsanierung des Lusthauses bereits erhebliche städtische Mittel erfordere, bittet Bürgermeister Oliver Theiß um Spenden für die Restaurierung oder Herstellung besonderer Elemente des Gebäudes – unter anderem für die „Ananas“, für einen Deckenleuchter und ein Brückengeländer. Informationen hängen im Museum aus und sind bei der Stadt erhältlich.

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