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„Die Ignoranz ist unglaublich“

Im Gedränge der Elterntaxis „Die Ignoranz ist unglaublich“

Damit ihre Kinder sicher zur Schule kommen, fahren viele Stadthäger Eltern ihre Sprösslinge selbst jeden Morgen vor und das am liebsten direkt vor die Tür. Dass aber genau durch dieses Vorgehen Kinder in Gefahr gebracht werden, ist offenbar vielen nicht bewusst.

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Direkt vor der Grundschule am Sonnenbrink kann es vor 8 Uhr ganz schön eng werden.

Quelle: geb

Stadthagen. Zumindest bringe alles Appellieren nichts, erklärten jetzt zwei Stadthäger Rektorinnen im Schulausschuss.

Sie habe mit ihrem Kollegium bereits alles Mögliche versucht, erklärt Petra Ammon, Leiterin der Grundschule Am Sonnenbrink. „Mehrmals haben wir über den Schulelternrat versucht, auf die Eltern einzuwirken, dass sie ihre Kinder nicht mit dem Auto direkt vor die Tür bringen.“ Viele hätten auch immer eine Ausrede parat, warum sie gerade an diesem Tag mit dem Auto bis vor die Schule müssten.

„Es ist ja nicht der Einzelne, der zur Gefahr wird, sondern die Masse.“ Aber der Versuch, auf dem Looms-Parkplatz eine „Haltestelle“ einzurichten, sei einfach nicht angenommen worden. „Dabei hatten wir extra eine Aufsichtsperson zur Unterstützung bereitgestellt, die die Kinder von dort in die Schule begleiten sollte, aber umsonst“, zuckt Ammon resigniert mit den Schultern. Zumal gegenüber der Schule an der Breslauer Straße ein absolutes Halteverbot bestehe – was aber gerne ignoriert werde.

Kontrolle mit Bußgeldern

Wie Fachbereichsleiterin Iris Freimann ergänzte, gebe es regelmäßig Kontrollen von Außendienstmitarbeitern und der Polizei. Bei der jüngsten Kontrolle habe es auch Bußgelder gegeben. „Es gibt für die Uneinsichtigen einfach keine anderen Lösungen.“ Für kurze Zeit bessere sich die Situation nach solch einer Maßnahme, hat Ammon beobachtet, aber lange halte es nicht vor.

Die Idee, direkt vor der Schule eine Querungshilfe einzurichten, sei nach genauerer Prüfung durch die Polizei und die Hamelner Verkehrsbehörde eine Absage erteilt worden, erklärt die Rektorin. „Es hätte nicht zu einer Verbesserung der Situation geführt.“ Sie hoffe aber, dass es durch die installierte Tempo-30-Zone sicherer werde. Wie berichtet, darf die Grundschule dann montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr nur mit reduzierter Geschwindigkeit befahren werden, und zwar auf einer Länge von 130 Metern vor der Schule.

"Brötchentaste" auf dem Parkplatz hilft nichts

Der Versuch der Stadt, die Situation an der Grundschule am Stadtturm zu beruhigen, sei ebenfalls gescheitert, wie Freimann erklärt: „Wir haben die Parkplätze am Viehmarkt mit einer Brötchentaste ausgestattet, damit Eltern da kurz kostenlos parken können, wenn sie ihre Kinder zur Schule begleiten wollen. Aber offenbar ist der Weg zu weit.“

Die Situation in Obernwöhren wird erschwert durch die „blöde Einfahrtsituation“, wie Rektorin Simone Wullkotte sagt. Fahrer, die aus Wendthagen kommen und auf den Schulparkplatz links einbiegen wollen, können durch die Straßenführung den Gegenverkehr nicht einsehen. Erschwert werde das Abbiegen dadurch, dass morgens „ein richtiges Gewusel“ herrsche. Deshalb sei mit der Verwaltung überlegt worden, ob es möglich wäre, in einigen Bereichen Sperrflächen einzurichten. „Denn sonst ist es kaum möglich, überhaupt dort zu wenden“, erklärt Wullkotte, die froh ist, dass ihr Anliegen bei der Stadt Gehör gefunden habe und geprüft werde.

Ausschussvorsitzender Gunter Feuerbach zeigte sich derweil fassungslos und konstanierte: „Die Ignoranz der Eltern ist unglaublich.“ col

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