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Die Klassenfahrt ist sicher!

Gymnasien schließen sich Boykott nicht an Die Klassenfahrt ist sicher!

Viele Gymnasiallehrer in Niedersachsen haben empört auf die künftige Aufstockung ihrer wöchentlichen Arbeitsstunden von 23,5 auf 24,5 reagiert. Als Mittel des Protestes rief eine Vielzahl von Pädagogen zu einem landesweiten Klassenfahrt-Boykott auf.

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Die Gymnasiasten in Stadthagen müssen auch in diesem Jahr nicht auf eine tolle Aussicht bei der Klassenfahrt verzichten. 

Quelle: dpa

Stadthagen.  Nicht nur Schüler, die am Mittwoch in Hannover gegen den Wegfall von Klassenfahrten protestierten, sind mit dieser Form des Protestes nicht einverstanden. Auch die hiesigen Gymnasien schließen sich dem Boykott nicht an.

„Wir haben uns nach Diskussionen im Kollegium dazu entschlossen, die Klassenfahrten nicht auszusetzen“, erklärt Holger Wirtz. „Keiner von uns ist glücklich über die Stundenerhöhung, aber das ist keine geeignete Form des Protestes. Klassenfahrten sind wichtiger Bestandteil des Schullebens“, so der Schulleiter des Wilhelm-Busch-Gymnasiums weiter.

Dem schließt sich Angelika Hasemann, stellvertretende Schulleiterin des Ratsgymnasiums an: „Bei uns wird es keinen Boykott geben“. Es sei allerdings nicht ausgeschlossen, dass wenige Lehrer des Ratsgymnasiums wegen der Mehrbelastung nicht auf Klassenfahrt fahren. Gleichzeitig beruhigt sie aber, dass die Zahl „deutlich unter fünf“ liege. Deswegen müsse also niemand zu Hause bleiben: „Jene Klassen fahren dann einfach mit anderen Lehrern“, verspricht Hasemann.

Für Eberhard Koch, Leiter der Oberstufe der IGS Schaumburg, ist die Sache ebenfalls klar. „Klassenfahrten sind doch ein sehr schönes Mittel, um die Schüler noch mal ganz anders kennenzulernen“, sagt er. Ein Wegfall der Ausflüge komme auch deswegen nicht in Frage, da Gymnasiallehrer in der Oberstufe der IGS schon seit vielen Jahren aus Gründen der Gleichberechtigung 24,5 Stunden in der Woche arbeiten. Er plädiert allerdings dafür, den Protest „nicht auf den Rücken der Schüler auszutragen“.

Hasemann stimmt dem zwar zu und sagt „es ist schade, dass am Ende die Schüler die Leidtragenden sind“, doch man dürfe nicht vergessen, dass Lehrer nicht viel Spielraum hätten, um Protest zum Ausdruck zu bringen. „Wir können ja keine Serviceleistungen streichen und beispielsweise Klassenarbeiten nicht bewerten. Das entspricht nicht unserem Berufsethos“, erklärt die Vize-Chefin des Ratsgymnasiums.

Auch Wirtz zeigt Verständnis für den Unmut der Pädagogen: „Jede Berufsgruppe würde bei Mehrfachbelastung aufstöhnen.“ Auch wenn eine Unterrichtsstunde pro Woche nicht nach viel mehr klingen würde, werde oft die Vor- und Nachbereitung vergessen. „Dahinter steckt ein ganz neuer Aufwand“, bekräftigt auch Hasemann.  js

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