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Die Wahl der Qual

Amerikaner in Stadthagen Die Wahl der Qual

Die US-Amerikaner wählen ihren 45. Präsidenten. Den turbulenten Wahlkampf, bestritten von dem umstrittenen Kandidaten Donald Trump und Hillary Clinton, erleben nicht nur die Bewohner der 50 Bundesstaaten, sondern auch Schaumburger, die in den USA leben oder häufig dort zu Besuch sind. Am 8. November ist es soweit. 

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Symbolbild

Quelle: dpa

STADTHAGEN. Sie geben die Stimmung aus ihrem Umfeld wieder.

Die Nachbarn haben die Schnauze voll

Der insgesamt eher ländlich geprägte Staat South Carolina an der Ostküste ist traditionell eine Bastion der Republikaner. Auch bei dem bevorstehenden Urnengang scheint die Trump- Partei deutlich im Vorteil. Hubert Kimmel , ehemaliger Heeresflieger in Bückeburg, lebt inzwischen seit mehr als zehn Jahren in den USA, erläutert: „Unsere Nachbarn werden bei der Wahl wohl alle für Donald Trump stimmen. Sie haben die Schnauze voll vom politischen Establishment Washingtons.“

Die aktuellen Prognosen sehen für Trump, der unter anderem durch Geschäfte mit Immobilien reich wurde, nicht gut aus. Trump liegt derzeit bei Umfragen um die fünf Prozent hinter Hillary Clinton, seiner demokratischen Rivalin. Merkwürdig wirkende Auftritte in der Öffentlichkeit, bei denen sich Trump beispielsweise gegen Immigranten oder Frauen wandte, kosteten ihn dabei einige Stimmen. Doch Gedanken an ein Aufgeben sind ihm fremd. Eine Haltung, die Kimmel sehr beeindruckt: „Trump besitzt ein enormes Selbstvertrauen, strahlt die Überzeugung aus, dass er das Blatt zu seinen Gunsten wenden kann."

Alles nur Show

„Es ist eine Show, alle vier Jahre neu. Und wer die beste Show abgibt und am saubersten bleibt, ist gut.“ Diesen Eindruck hat der Rintelner Jürgen Watermann , Vorsitzender der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft, vom amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Schon zum 25. Mal ist Watermann jüngst in die USA in den Ort Schaumburg in Illinois gereist. „Aber die amerikanische Seele verstehe ich immer noch nicht ganz.“ Unter den Schaumburgern in Illinois hat sich Watermann zum Thema Präsidentenwahl einmal umgehört. „Diesen Rummel haben wir alle vier Jahre, wir haben uns dran gewöhnt“, zitiert der Rintelner einen 46 Jahre alter Verwaltungsangestellten.

„Hoffentlich ist es bald zu Ende“, sagt eine 41-jährige Verkäuferin. Ihr Favorit ist Hillary Clinton: „Sie steht für Gerechtigkeit.“ Ein 75-jähriger Rentner will unbedingt Trump als Präsidenten: „Natürlich, er muss es werden. Er wird die falschen Leute rausschmeißen.“ Die Gegner Trumps erhoffen sich laut Watermann vom neuen Präsidenten, die Einwanderer besser einzubinden, keine Kriege anzufangen, die wirtschaftliche Situation zu verbessern und höhere Steuern für die Reichen einzuführen.

Schweigen um Streit zu vermeiden

In Huntersville in North Carolina wohnt seit einigen Wochen die Bückeburger Journalistin Gerti Henze . Sie sagt: „Der Süden der USA wie North- und South Carolina schweigt das Thema Wahl tot. Dieses Schweigen geht durch die Familien, durch Freundschaften und ist kein Gesprächsstoff am Arbeitsplatz. Grund: Man möchte mit dem Nächsten nicht in Streit geraten. Alle finden den Wahlkampf ausgesprochen schauderhaft und wollen davon auch nichts mehr sehen und hören.“

Trump sei in ihrem Ort selbst bei eingeschworenen Konservativen keine Alternative zu Clinton. Sie sei das kleinere Übel. Dass Trumps Wahlchancen in Huntersville sinken stellt Henze visuell fest: „Wie in Amerika üblich, stellt man seine politische Meinung mit einem Pappschild in den Vorgarten. In den letzten 14 Tagen sind in unserer Waldsiedlung von den 25 Trump-Bekundungen, 22 aus den Gärten verschwunden.“  sk und ano

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