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Die Waschbären kommen

Immer mehr Tiere in Stadthagen Die Waschbären kommen

Dass auch Stadtbewohner wie berichtet Besuch von Waschbären bekommen, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Von einer Plage kann man laut Florian Brandes, Leiter der Wildtierschutzstation Sachsenhagen, für den Bereich Stadthagen noch nicht sprechen, auch wenn die Zahl der Tiere steigt.

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Auch in Städten steigt dank der guten Lebensbedingungen die Population von Waschbären.

Quelle: dpa

STADTHAGEN. Und von dem nachtaktiven Raubtier gehen auch durchaus Gefahren aus. Neben der Tollwut, die in Deutschland als ausgerottet gilt, haben die Tiere den sogenannten Waschbär-Spulwurm aus Nordamerika eingeschleppt. Bei Menschen können die Parasiten Hirnentzündungen und sogar Blindheit hervorrufen, erklärt der Veterinär.

Gute Lebensbedingungen

 Seit etwa zehn Jahren sind Waschbären Brandes zufolge auch in Schaumburg vertreten – und es werden immer mehr. In der Region Stadthagen habe es immer mal wieder Sichtungen gegeben. Die Tiere würden die menschliche Nähe suchen, weil sie in besiedelten Gebieten gute Lebensbedingungen vorfinden.

 „Sie sind auf ihren natürlichen Lebensraum nicht mehr angewiesen, weil sie in Haus und Garten genug zum Leben finden“, weiß Brandes. Das sei geschützter als ihre Quartiere im Wald und in Feuchtgebieten, wo sie mit anderen Tieren um Nahrung und Ressourcen in Konkurrenz stehen. Dabei würden die Waschbären vor allem ruhige Ecken aufsuchen und ihre Nester oftmals auf Dachböden oder in Schuppen bauen.

 Die Raubtiere sind Allesfresser. Außer Essenresten bedienen sie sich auch gerne auf Obstbäumen im Garten, erläutert der Leiter der Wildtierschutzstation. Daher sollte zumindest vermieden werden, Essensreste auf den Komposthaufen zu werfen. In Nordamerika, wo es bereits eine Waschbär-Plage gibt, werden die Mülltonnen Brandes zufolge sogar abgeschlossen. Die Deckel, die hierzulande auf den Abfalleimern sind, könnten die Tiere problemlos öffnen.

Vorsicht vor dem Kot

 Bissig sind Waschbären nach Worten von Brandes nicht. Wenn sie an Menschen gewöhnt sind, könnten sie jedoch schon mal recht dreist werden – den Plätzchenteig von der Fensterbank stehlen zum Beispiel. Vor allem vor dem Kot sollten Menschen sich aber in Acht nehmen, um sich nicht mit dem Waschbär-Spulwurm zu infizieren, warnt der Veterinär. Die Tiere legen gerne sogenannte Latrinen an, also Orte, die sie dauerhaft als Toilette nutzen. „Das könnte unter Umständen auch ein Sandkasten sein“, sagt Brandes. Wer eine Latrine entfernen will, sollte die Tiere am besten vergrämen, indem die Stelle beispielsweise mit Essigreiniger gesäubert wird, rät der Veterinär.

 Waschbären dürfen auch gejagt werden, sagt Brandes. Da sie jedoch nachtaktiv seien und tagsüber meist auf Bäumen schlafen, kämen sie Jägern aber nur selten vor die Flinte. Weil sie auch in Naturschutzgebieten erhebliche Schäden anrichten, werden sie dort nach Worten von Brandes mit Fallen gefangen. tbh

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