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Die Weser raufgekommen

Gerrit Schwalbach ist neuer Stadtplaner in Stadthagen Die Weser raufgekommen

Der Blick aus seinem Bürofenster fällt auf den Renaissancegiebel des alten Rathauses: Als neuer Stadtplaner hat sich Gerrit Schwalbach (47) ganz oben im neuen Rathaus beruflich eingerichtet. Er löst Matthäus Schmidt ab, der den Posten vier Jahre bekleidet hatte.

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Die Weserrenaissance – im Hintergrund ist der Giebel des historischen Rathauses zu sehen – begleitet Gerrit Schwalbach auch in Stadthagen. 

Quelle: sk

Stadthagen. Gerrit Schwalbach ist am Niederrhein geboren worden und in Trier aufgewachsen. Er studierte in Hannover und Graz Architektur, war später fünf Jahre wissenschaftlicher Assistent an der Universität Siegen, wo er außerdem promovierte. Nach Stadthagen ist Schwalbach von Bremen aus gewechselt. Eineinhalb Jahre war der Architekt dort beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr im Bereich Stadtentwicklung tätig.

Die Weser raufgekommen

Einen typischen historischen Baustil vom vormaligen Arbeitsplatz nimmt Schwalbach auch in der Schaumburger Kreisstadt wahr: Die Weserrenaissance verbindet Stadthagen und die Hansestadt. „Ich bin die Weser raufgekommen“, lacht Schwalbach. Die Fassade des Bremer Rathauses ist ein berühmtes Beispiel der Weserrenaissance und Weltkulturerbe – und aus Obernkirchener Sandstein erbaut. In Bremen hat sich Schwalbach jedoch eher mit der jüngeren Stadthistorie und mit der Zukunft befasst, arbeitete im Stadterneuerungsprozess.

Vom fachlichen Anspruch nicht geringer sieht Schwalbach seine Aufgabe in Stadthagen. Ein Unterschied: Die Aufgabengebiete in der Großstadt waren differenzierter. In der Kleinstadt müsse man Generalist sein, sagt der Stadtplaner.

Entscheidungen im Sinne des Gemeinwohls

Seine Aufgabe als solcher sieht Schwalbach in der steten Herbeiführung eines Ausgleichs. Nicht einzelne Bürger, Gruppen oder Entscheider könnten oder sollten sich anmaßen, eine Stadt zu entwickeln. Schwalbach: „Alle lassen eine Stadt entstehen.“ Und entschieden werden müsse im Sinne des Gemeinwohls. Der Planer will moderieren „aber auch eigene Vorstellungen umsetzen“.

Als eines der ersten Themen befasst sich der Architekt mit der Umnutzung des Krankenhausgeländes. Ansonsten muss sich der neue Stadtplaner, der erst Anfang März seinen Dienst angetreten hat, erst einmal einen Überblick verschaffen. Schwalbach: „Ich bin noch ganz am Anfang.“ Die Stadt habe er sich freilich schon angesehen und sei sehr angetan von ihr. Auch sei er in Stadthagen sehr freundlich empfangen worden und er habe bereits eine Tour durch die Dörfer gemacht.

Segeln und "KulturGut Poggenhagen"

Zur Arbeit ins Stadthäger Rathaus fährt Gerrit Schwalbach mit dem Zug und mit dem Fahrrad. Der 47-Jährige lebt mit Ehefrau Evelyn, die ebenfalls als Architektin tätig ist, und seinen zwei Kindern in Neustadt am Rübenberge – bereits seit vier Jahren. Auch nach Bremen war Schwalbach gependelt. In Neustadt wohnt der gelernte Tischler auf dem Gutshof Harms im Ortsteil Poggenhagen. Dort leben mehrere Familien. Sie öffnen die historische Gutsanlage auch der Öffentlichkeit, organisieren Veranstaltungen.
2007 wurde der Verein „KulturGut Poggenhagen“ gegründet. Auf dem großen Anwesen gebe es immer viel zu basteln, erläutert Schwalbach seinen Ausgleich in der Freizeit. Ein weiteres Hobby des Stadtplaners liegt nahe: Segeln auf dem Steinhuder Meer. sk

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