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Die Zukunft riecht nach Leder

Infas-Vermächtnis-Studie an VHS Die Zukunft riecht nach Leder

Kreativer Methodik bedient sich das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (Infas) in Bonn, um Einblick in die Gedankenwelt zu erhalten. Erkenntnisse der sogenannten Vermächtnisstudie des Instituts hat Soziologin Doris Hess vor über 50 Schülern an der Volkshochschule vorgestellt.

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Doris Hess skizziert ihren Zuhörern Wertvorstellungen und Lebensentwürfe der deutschen Bevölkerung.

Quelle: geb

STADTHAGEN. Aus 200 Gemeinden der Bundesrepublik hatte sich das Infas stichprobenartig seine Interviewpartner im Alter von 14 bis 75 Jahren herausgesucht. 117 Minuten widmeten sich die Sozialforscher jedem Befragten und bedienten sich dabei eines simplen Tricks: Riechen, fühlen und hören mussten die Probanden, bevor sie ihre Gedanken mitteilen konnten. Denn: „Das Muster der Sinne überträgt sich auch auf andere Lebensbereiche“, sagte Hess. Zwischen den Duftnoten Heu, Leder, Grapefruit und Rose konnten die Befragten entscheiden, welchen Geruch sie mit der heutigen Gesellschaft verbinden. Angenehmen Rosen- und Grapefruit-Duft wählten die Meisten, den Duft der Zukunft verortete die Mehrheit dagegen bei Leder und Heu, erwartet also rauere Zeiten, wie Hess erklärte. Dieselbe Analogie habe sich beim Fühlen weicher Watte für die Gegenwart und kratziger Stoffe für die Zukunft ergeben.
In Bezug auf einzelne Lebensentwürfe habe sich herausgestellt, dass die Großeltern- und die Enkelgeneration in ihren Auffassungen oft mehr miteinander gemein haben, als mit der Generation dazwischen. Bei Partnerschaften setze auch die junge Generation auf die klassische Aufteilung von Erziehung und Arbeit, wenn auch die Institution Ehe bröckele. Auch das Phänomen Helikopter-Eltern sei eher eine Besonderheit der mittleren Generation, während Ältere und Jüngere ihren Kindern durchaus Freiräume zubilligen wollen.
„Die meisten Menschen sind der Meinung, das Gesundheitsversorgung jedem unabhängig vom Einkommen zur Verfügung stehen muss, erwarten aber zukünftig eine noch größere Abhängigkeit vom Geldbeutel“, ergänzte Hess und wunderte sich darüber, das dieses Problem von der Politik so wenig Beachtung finde. geb

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