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Drei Konzepte für die Integration

Sozialagenturen stellen sich vor Drei Konzepte für die Integration

Nach der Sommerpause will der Sozialausschuss eine Entscheidung darüber treffen, welche der drei Sozialagenturen, die sich in der jüngsten Sitzung vorgestellt haben, den Auftrag  für die Erstellung eines Integrationskonzeptes erhalten soll.

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 Sozialagentur Cluster

STADTHAGEN. Angesichts der Debatte, die sich im Anschluss ergeben hat, dürfte man sich an dieser Stelle mit der Aussage nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, dass die Sozialagentur Cluster wohl kaum eine Chance auf den Auftrag hat. Dabei kennt sich auch Christian Köpper als gebürtiger Stadthäger doch mit den Gegebenheiten in der Kreisstadt gut aus. Sein Eindruck von der bisherigen Flüchtlingsarbeit in Stadthagen: „Jeder arbeitet stark für sich.“ Doch sein Konzept wurde von einigen Ausschussmitgliedern als zu „wissenschaftlich“ kritisiert. „Leere Worthülsen“ fiel außerdem.

 Die vor neun Jahren in Hildesheim gegründete Agentur hat laut Köpper viel Erfahrung mit Integrationsprojekten. „Wir wollen solch ein Projekt nachhaltig gestalten, weswegen es nicht mehr sinnvoll ist, von Außen zu kommen. Wir brauchen eine starke Einbindung der Akteure vor Ort.“ Zur „Vorfeldarbeit“ gehören die Bildung eines Arbeitskreises und die Aufbereitung der Ergebnisse aus vergangenen Prozessen. Erst dann könne man in den „moderierten Prozess“ einsteigen. Unter diese Überschrift gliedert Cluster die Bildung von Zukunftswerkstätten, die Ermittlung von Handlungsfeldern sowie die Entwicklung von Zielen und Maßnahmen. Letztlich sollen diese dann in Anträge an Politik und Verwaltung resultieren.

 „Für uns soll zu diesem Zeitpunkt die Arbeit aber nicht beendet sein“, erklärte Köpper, „wir wollen die Maßnahmen nicht nur aufschreiben, sondern den Weg in die Umsetzung begleiten.“ Für ihn und sein Team gehöre die Unterstützung des Arbeitskreises bei der „Initiierung eines nachhaltigen Integrationsformates“ dazu. Neben einem regelmäßigen Austausch aller Akteure sei auch die strukturelle Beteiligung von Politik und Verwaltung wichtig. Auch die Betroffenen selbst, die Migranten und Flüchtlinge, will Köpper mit ins Boot holen.

Hof Windheim Gmbh

 Aufgrund ihrer Verortung in Stadthagen hat die zweite Agentur, die Hof Windheim GmbH, mehr Sympathien bei den Ausschussmitgliedern erhalten. Wie Geschäftsführer Andreas Landmann erklärte, engagiere sich die gemeinnützige Organisation seit 29 Jahren in verschiedenen Projekten im Landkreis. Als jüngstes sei das Schaumburger Bündnis gegen Depression gegründet worden. „Das verschafft uns einen Vorteil, denn wir kennen die sozialen Strukturen.“ Zudem ist Hof Windheim selbst bereits in der Flüchtlingsarbeit aktiv: „Wir führen seit einem Jahr einen Sprachkurs für Menschen, auch mit Beeinträchtigungen, durch, wie Koordinatorin Sodeta Schwarz erläuterte. „Wir sind die Sozialraumkenner.“ Landmann ergänzte, dass die Agentur aufgrund ihrer Gemeinnützigkeit auch in der Position sei, Gelder für das Projekt zu akquirieren, was bei den Ausschussmitgliedern auf interessierte Ohren stieß.

 Starten möchte Hof Windheim mit einer sogenannten Steuerungsgruppe, in der Mitarbeiter von Initiativen, Ehrenamtliche und Betroffene zusammenkommen. In bis zu zwei Workshops sollen der Integrationsbegriff ausgearbeitet und Themenschwerpunkte festgelegt werden, um ein Leitbild zu entwickeln. Dann könne bereits erste Handlungsempfehlungen gegeben werden, die letztlich in einem Integrationsleitbild enden.

„Mensch und Region“

 Birgit Böhm von der Agentur „Mensch und Region“ aus Hannover setzt bei ihrem Konzept stark auf die Einbindung der Verwaltung – vielleicht schon zu viel, wie einige Ausschussmitglieder mokierten. Ihnen zielte das Konzept zu sehr auf die Installierung einer Stabsstelle Integrationsbeauftragte, dabei sie ja noch gar nicht sicher, ob diese am Ende des Prozesses stehen werde.

 Für Böhms Team steht die Öffnung von Verwaltungsstrukturen sowie die Analyse bestehender Strukturen und Potenziale aus Sicht ausgewählter Akteure an erster Stelle. Um herauszufinden, was gut läuft und wo es Nachholbedarfe gibt, soll eine Online-Befragung durchgeführt werden. Zusätzlich will die Agentur Interviews mit zwei bis drei Expertinnen führen.

 In drei Workshops – unter Beteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund – sollen Ziele, Maßnahmen und erste Handlungsfelder erarbeitet werden. Behandelt werden sollen Aspekte wie Bildung und Arbeit, Teilhabe, Sprache, Willkommenskultur und Religion sowie Gesundheit, wobei ein besonderer Fokus auf die Jugend gelegt werden soll. Die Ergebnisse sollen in dem Integrationskonzept zusammengefasst werden.

 Wie berichtet, wollen sich die Fraktionen beraten, bevor im Ausschuss eine Entscheidung für gefällt wird. Die nächste Sitzung findet am 17. August statt. col

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