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Dreibeine warnen vor Wildunfällen

Präventions-Aktion Dreibeine warnen vor Wildunfällen

Zu Beginn der dunkeln Jahreszeit häufen sich die Wildunfälle. Doch einige Autofahrer fahren trotz schlechter Witterung zu schnell. Die Kreisjägerschaft beteiligt sich deswegen an einer Präventionsaktion. Diese sieht vor, an jeder Stelle, an der sich ein Wildunfall ereignet hat, ein rotes Dreibein aufzustellen.

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Dreibein für mehr Sicherheit und weniger Unfälle: Helma Hartmann-Grolm, Axel Grünvogel, Achim Palm, Katharina Sassenberg und Hermann Platte präsentieren am Forsthaus Halt die roten Holzgestelle, die nun im gesamten Landkreis nach Wildunfällen aufgestellt werden. 

Quelle: jemi

Landkreis (jemi).  In Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen Rinteln sind 80 solcher Dreibeine gebaut worden und kommen nun zum Einsatz. „Wir wollen damit konkret auf die Wildunfälle aufmerksam machen“, sagt Achim Palm, Obmann der Jägerschaft. Lange sei versucht worden, das Wild durch Jagd oder Reflektoren von den Straßen fern zu halten, doch das sei schlichtweg unmöglich. Wichtiger sei stattdessen die Autofahrer in die Pflicht zu nehmen. „Wenn die Autofahrer mit Wild rechnen, fahren sie automatisch vorsichtiger“, hofft auch Hermann Platte, Vorsitzender der Jägerschaft. Bisher gab es lediglich die feststehenden Schilder zum Wildwechsel. „Die werden aber gar nicht mehr beachtet“, so Platte. Die Fahrer hätten sich zu sehr an die Beschilderung gewöhnt und nehmen diese nicht mehr wahr und ernst.
 Der Vorsitzende der Jägerschaft betont, dass die roten Dreibeine immer nur an den Stellen stehen, an denen sich kürzlich Wildunfälle ereignet haben. Damit keine Gewöhnung einsetze, sollen sie nicht länger als zwei oder drei Wochen an der selben Stelle stehen. Die Organisatoren der Aktion für den Raum in und um Stadthagen erhoffen sich bei den Autofahrern einen Aha-Effekt, wenn sie die auffälligen Symbole am Straßenrand sehen.
 Die Dreibein-Aktion gibt es in anderen Bundesländern und Landkreisen schon länger. Für Schaumburger Verkehrsteilnehmer sind sie noch neu. Die 80 gefertigten Dreibeine sind bereits in die neun bestehenden Hegeringe der Jägerschaft aufgeteilt worden – auch die Straßenmeisterei wisse bescheid.  Achim Palm berichtet, dass von den 2000 erlegten Tieren durch die Jägerschaft, im Durchschnitt 18 bis 20 Prozent Fallwild sei {FSPACE}– also etwa 400. Dabei handele es sich in erster Linie um Rehe, die angefahren worden seien. Bei der Polizei werden im Jahr etwa 500 Wildunfälle gemeldet, was jedoch nicht der richtigen Zahl entspreche. Von vielen Unfällen werde die Polizei nicht in Kenntnis gesetzt. Welche Straßen in Stadthagen oder im Landkreis besonders von Wildwechsel betroffen sind, will Grünvogel gar nicht unbedingt festlegen: „Ganz egal, ob Landes-, Kreis- oder Bundesstraße. Alle Arten von Straßen sind von den Unfällen betroffen.“

Wenn das Reh vor das Auto läuft

Richtig reagieren: Experten sind sich einig, dass vor allem die angepasste Geschwindigkeit entscheidend ist, um einen Wildunfall zu verhindern. Kann der Unfall nicht verhindert werden, ist es wichtig, geradeaus weiter zu fahren. „Man muss den Reflex ausschalten, zur Seite hin auszuweichen“, sagt Axel Grünvogel. Natürlich sei der andere Reflex, nämlich zu bremsen, richtig. Wer es parallel zur Vollbremsung schafft, sollte auch noch hupen. Aber: Auf keinen Fall aufblenden, dann blockieren die Tiere komplett. Ist es zu einem Unfall gekommen, heißt es, die Unfallstelle zu sichern und die Polizei zu informieren. Die informiert den Jäger.
Achtung: Besonders vorsichtig bei Waldrändern und unübersichtlichen Feldrändern sein. Außerdem: Ein Tier kommt selten alleine. Besonders Rehe oder Wildschweine mit Jungtieren sind in Gruppen unterwegs. Deshalb ist mit Nachzüglern zu rechnen.

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