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Dümmer, als die Polizei erlaubt

Kettensägen-Diebe Dümmer, als die Polizei erlaubt

Kritiker sehen im Internet Fluch und Segen zugleich. In einem Fall aus Stadthagen überwiegt der Segen. Nach zwei Einbrüchen in den Stadthäger Raiffeisenmarkt hatten die Täter ihre Beute bei einem Internet-Auktionshaus angeboten. Leichter hätten sie die Polizei kaum auf ihre Spur bringen können.

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Stadthagen. Früher, so ließ der Anbieter die Internet-Gemeinde in etwas ungelenkem Deutsch wissen, „war ich viel mit Holz am machen“. Jetzt jedoch ziehe er in die Stadt um. „Die Sägen brauche ich gar nicht.“ Dies las auch ein Mitarbeiter des Marktes, der daraufhin der Polizei einen Tipp gab. Ein Beamter antwortete auf die Anzeige. Zum Schein bekundete er Interesse an einer der insgesamt fünf angebotenen Kettensägen.

Man verabredete sich auf einem Stadthäger Parkplatz, wo der Polizist und ein Kollege warteten. Weitere Kollegen hätten sich „etwas abgesetzt“ aufgehalten. „Für einen möglichen Zugriff“, wie der Beamte als Zeuge vor Gericht erklärte. „Wir wussten ja nicht, was uns erwartet.“ Schwere Jungs waren es nicht. Die Falle schnappte zu.

Wegen schweren Diebstahls in zwei Fällen hat das Amtsgericht in Stadthagen die zwei Einbrecher jetzt zu Freiheitsstrafen von jeweils fünf Monaten verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung.

Damit das Urteil nicht bloß auf dem Papier steht, sondern spürbar wird, müssen beide 500 Euro Geldbuße zahlen. Beim Strafmaß folgte Richter Lukas Veith dem Antrag von Staatsanwalt Günter Wilkening, blieb im Bewährungsbeschluss aber deutlich unter den 1000 Euro Geldbuße, die Wilkening gefordert hatte.

Für die Angeklagten sprachen vor allem deren Geständnisse. Den Angaben zufolge hatten die Täter einmal ein Fenster aufgebrochen und beim anderen Mal ein Fenster geöffnet, das bereits auf Kipp stand. Zugunsten der Männer wirkte sich außerdem aus, dass nur einer von ihnen vorbestraft ist – und das lediglich zu einer kleineren Geldstrafe wegen Körperverletzung, nicht einschlägig also. Die Männer kommen aus Petershagen, sind 22 und 24 Jahre alt. Bei den Taten, verübt Anfang August, waren sie mit Sturmhauben maskiert.

Ausgestanden ist die Sache mit dem Stadthäger Urteil womöglich noch nicht. Vielmehr droht den Petershägern eine weitere Anklage. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnungen waren nämlich insgesamt sieben Kettensägen gefunden worden. Zwei davon könnten in Coppenbrügge gestohlen worden sein. Anhand der Seriennummern des Herstellers lässt sich feststellen, an welche Firmen bestimmte Kettensägen ausgeliefert worden sind.

„Für mich deutet alles darauf hin, dass dies nicht die einzigen Diebstähle sind“, meinte Staatsanwalt Wilkening mit Blick auf die eigene Anklageschrift, in der nur jene fünf Kettensägen aufgelistet sind, welche die Einbrecher in Stadthagen erbeutet hatten. Für den Tatort Coppenbrügge wäre die Staatsanwaltschaft Hannover zuständig. ly

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