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Durch kilometerlange Rohre zum Badespaß

Stadthagen / "Tropicana" Durch kilometerlange Rohre zum Badespaß

Während sich die Badegäste im „Tropicana“ beim Planschen oder Saunieren amüsieren, ahnen sie nicht, was sich unter ihnen im Kellergeschoss des Schwimmbades abspielt. Rohre ziehen sich kilometerlang durch das Untergeschoss und riesige Wassermassen finden ihren Weg durch Pumpen, Filter, Messgeräte und Impfstationen.

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Ein Blick hinter die Kulissen in den Keller des Schwimmbads. © kil

Stadthagen (kil). Ein Blick hinter die Kulissen in den Keller des Schwimmbads hat gezeigt, welch‘ umfangreiches technisches System nötig ist, um ein derartiges Spaßbad zu betreiben. Wie kommt das gechlorte Wasser ins Becken? Und woher bezieht das „Tropicana“ seine Heizkraft?

Leitender Schwimmmeister Axel Kruse und Geschäftsführer Helmut Kirchhöfer gaben Antworten. „Das Schwimmbad ist fast komplett unterkellert“, sagte Kruse. Dabei ist es nicht nur im Badebereich, sondern auch im Keller kuschelig warm. „Die Rohre geben die Wärme ab“, erklärte der Schwimmmeister. Durch sie fließe Wasser mit einer Temperatur von bis zu hundert Grad. Es koche nur deshalb nicht, weil dies durch die Zugabe von entsprechenden Mitteln verhindert werde.

Woher kommt das heiße Wasser, das das Bad mit Wärmeenergie versorge? – „Zwei Ölheizkessel haben wir nur noch für den Notfall“, erklärt Kruse. Stattdessen werde das heiße Wasser über eine Strecke von 1,5 Kilometern durch die Feldmark von der Biogasanlage am Georgschacht bis zum „Tropicana“ geleitet. Dort fließt es in einen Wärmetauscher, in dem der externe und interne Wasserkreislauf aufeinandertreffen. Das Wasser der Biogasanlage gibt dabei seine Wärme ab, ohne dass sich die Wassermengen mischen.

Das aufgeheizte Wasser wird anschließend über unzählige Verteiler auf weitere individuelle Kreisläufe verteilt: Lüftung, Sauna, Duschen, Beckenerwärmung. „Die Temperaturen lassen sich alle über ein Computersystem steuern.“ Gleiches gelte für technische Raffinessen wie Sprudeleffekte.

Die komplette Technik ist digital erfasst und auf einem Monitor im Zimmer der Schwimmaufsicht einsehbar. Das fängt bei der Wassertemperatur der einzelnen Kreisläufe an und hört bei den PH-Werten auf.

Bei Komplikationen im Ablauf werde ein Alarm ausgelöst. Einige Probleme könne das System aber auch eigenständig lösen. Ein Beispiel: Wenn das System im Winter erkenne, dass Rohre zuzufrieren drohen, steigert es von selbst die Temperatur.
Das Wasser, das letztlich in den Becken landet, komme in erster Instanz von den Stadtwerken. „Es gibt eine Norm, die besagt, dass wir pro Badegast 30 Liter Frischwasser zugeben müssen,“ teilte Kruse mit.

Jedes Becken hat seinen eigenen Kreislauf. Das Wasser strömt vertikal in die Schwimmbecken hinein. „Über die Überlaufrinne läuft es wieder ab und wird zu 100 Prozent aufgefangen.“ Es gelangt in die im Keller eingebauten „Schwallbecken“, die das Wasser als Zwischenstand sammeln. Der nächste Schritt ist die Bearbeitung des Wassers. Durch Rohre gelangt es in einen riesigen Filter mit mehreren Kammern, der das Wasser reinigt.

Auf dem Weg zurück ins Schwimmbad, durchläuft die Flüssigkeit weitere Stationen und wird dabei auf alle möglichen Werte gestestet und mit der richtigen Dosis Chlor tröpfchenweise „geimpft“. „Das Chlor stellen wir in flüssiger Form im Haus her“, sagte Kruse und wies auf einen großen Kanister mit einer Flüssigkeit.

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