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Stadthagen Stadt Dutzende Strafzettel später
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Dutzende Strafzettel später
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11:49 17.05.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
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STADTHAGEN

Die Erteilung dieser Genehmigung war seit 1988 gängige Praxis, auch bis Anfang dieses Jahres für Völkoi, der seit 2007 das Geschäft „World of second“ an der Echternstraße betreibt.

Nachdem er im vergangenen Jahr vergessen hatte, die rund 160 Euro für die Genehmigung zu zahlen, habe er eine Abfuhr von dem zuständigen Verwaltungsmitarbeiter erhalten – obwohl zu dem Zeitpunkt die Zahlung bereits erfolgt war. „Existenzbedrohend“ nannte der Selbstständige diese Entscheidung. Wie solle er denn sonst beispielsweise nach einer Haushaltsauflösung zwei 7,5-Tonner ausladen?

Bürgermeister misst selbst

In seiner Not wandte sich Völkoi an Bürgermeister Oliver Theiß. Und tatsächlich habe dieser sich die Situation vor Ort Anfang April mit einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes angeschaut. „Es geht ja darum, ob der Verkehr weiterhin ungestört fließen kann, wenn unser Lkw dort steht“, erklärt der Geschäftsmann. Die Stadt hatte ihre Ablehnung damit begründet, dass „der sichere und reibungslose Ablauf des Massenverkehrs sowie des sonstigen fließenden Verkehrs“ durch die Verengung der Fahrbahn durch parkende Lkw nicht mehr gewährleistet sei. Die Lasermessung vor Ort habe dem widersprochen.

„Wir standen ja auch unter Zeitdruck, weil die Frist ablief, in der wir juristisch gegen den negativen Bescheid hätten vorgehen können.“ Hinzu kamen die zahlreichen Tickets wegen Parkens im Halteverbot, und sogar eine Anzeige der Polizei war ihm bereits ins Haus geflattert.

Keine Behinderung mehr

Ein paar Tage und einige Telefonate später kam dann von Theiß die Zusage. Stadtsprecherin Bettina Burger erklärt die Entscheidung so: „Es ist eine Position für den Lkw gefunden worden, bei der weder Busse noch Einsatzfahrzeuge behindert werden.“ Der Verkehr sei in der Vergangenheit in der Hauptsache dadurch gestört worden, dass mehrere Lkw hintereinander dort geparkt haben. „Die erteilte Sondergenehmigung stellt sicher, dass nur jeweils ein Fahrzeug entladen darf. Die Stadtverwaltung begrüßt, dass es gelungen ist, eine Lösung zu finden, die allen Interessen gerecht wird.“

In dem offiziellen Schreiben hieß es dann, die Karten gebe es jedoch nur gegen Vorkasse. Kein Problem für Völkoi. Vergangene Woche war es dann soweit: die Genehmigungen lagen im Briefkasten. Zwar gibt es bei einem der sechs Kennzeichen – so viele Lkw sind im Auftrag Völkois unterwegs – einen Zahlendreher, aber ein Schelm, wer Böses dabei denkt. col

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