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Ehe für alle erst ab 2018

EDV-Umstellung Ehe für alle erst ab 2018

Bis gleichgeschlechtliche Paare im Stadthäger Standesamt heiraten können, werden noch einige Monate ins Land gehen, da bundesweit das EDV-System der Standesämter verändert werden muss, wie Standesbeamter Volker May auf Anfrage erklärt.

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Gleichgeschlechtliche Paare müssen in Stadthagen noch auf das Ja-Wort warten.

Quelle: dpa

STADTHAGEN. Im Bürgerlichen Gesetzbuch heißt es bislang: „Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen.“ Ab dem 1. Oktober soll der Satz lauten: „Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen." In Stadthagen wird das noch etwas länger dauern.

„Wir hatten bereits drei Anfragen von Paaren, die eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft bei uns eingegangen sind, und die diese jetzt umwandeln wollen“, so May: „Die müssen wir jetzt leider vertrösten.“

Er könnte zwar schon Termine annehmen für nächstes Jahr, „aber das mache ich noch nicht“. Die Paare sollen sich Ende 2017 wieder melden, weil bis dahin abzusehen sei, zu wann die Umstellung erfolgen könne. Der Verlag für Standesamtswesen, der für das EDV-Programm Autista zuständig ist, habe ganz klar signalisiert, dass die Programmierung einige Monate dauern werde.

Alles wie immer

Für die Standesbeamten ergibt sich aus der neuen Gesetzgebung keine Änderung. „Wir machen das alles so wie immer, das ist eine ganz normale Eheschließung.“ Für die Paare sei die „Ehe für alle“ allerdings ein wichtiger Schritt, auch wenn sie die Eintragung der Lebenspartnerschaft „genauso fröhlich und glücklich begangen haben“ wie eine Ehe.

In Deutschland gilt seit 2001 die eingetragene Lebenspartnerschaft, die Lesben und Schwulen beispielsweise beim Erbrecht, der Unterhaltspflicht und dem Ehegattensplitting gleichstellte, aber bei dem für viele wesentlichen Punkt, dem Adoptionsrecht, ausschloss.

Die Umwandlung der Lebenspartnerschaft müssen Paare beim Standesamt beantragen. Sie werden nicht automatisch zu einer Ehe. Verpartnerte Paare müssen persönlich und gemeinsam erneut zum Standesamt.

Dort können sie erklären, dass sie künftig in einer „gleichgeschlechtlichen Ehe“ leben wollen – so lautet der Verwaltungsbegriff. Eine Pflicht dazu gibt es nicht: Die Lebenspartnerschaften können auch wie bisher weitergeführt werden. Neue lassen sich allerdings nicht mehr schließen. Es gibt künftig nur noch die Ehe. col

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