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Ehemalige Industriebrache blüht auf

Ehemalige Industriebrache blüht auf

Der Abgang von Alcatel hat Stadthagen Ende der neunziger Jahre hart getroffen. Zurück blieb eine große Industriebrache an der Gubener Straße, die mehr als ein Jahrzehnt zum Großteil leer stand. Davon ist heute nichts mehr zu spüren: Der Gewerbepark boomt.

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Auf der Industriebrache an der Gubener Straße hat sich ein blühender Gewerbepark entwickelt.

Quelle: ber

Stadthagen. 2010 haben die Brüder Tobias und Stephan Franke das 125.000 Quadratmeter große Gelände von der Alcatel-Nachfolgefirma Nexans übernommen. Zu diesem Zeitpunkt gab es insgesamt 43 Mieter, allerdings handelte es sich bei 19 um Wohnwagenbesitzer, die ihr Gefährt über den Winter in einer der riesigen Hallen zwischengeparkt hatten.

Nach und nach begann die Betreibergesellschaft, die Gewerbepark Schaumburg GbR, die riesigen Hallen durch Trennwände zu parzellieren und zusätzliche Zugangstore einzubauen. Insgesamt wurden rund zwei Millionen Euro investiert. „Die meisten unserer Mieter suchen Lagerflächen in der Größenordnung von 150 bis 200 Quadratmetern“, erklärt Mitarbeiter Thorsten Steinweg.

So gelang es, die Industriebrache in einen blühenden Gewerbepark zu verwandeln. 32.000 Quadratmeter Hallenfläche sind derzeit vermietet, mehr als 80 Gewerbetreibende beschäftigen an der Gubener Straße 125 ständige Mitarbeiter.

Neben großen Unternehmen wie Faysal Metallbau oder Lagerlogistik Wunstorf sind es vor allem kleinere Firmen wie die Siga, das DRK oder das Kaminofen-eck, die Flächen im Gewerbepark angemietet haben.

„In den letzten beiden Jahren hat die Nachfrage stark angezogen. Mittlerweile haben wir eine Warteliste. Bevor ein Mieter rausgeht, ist die Fläche bereits wieder vergeben“, so Steinweg.

Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht: Vor einem Monat ist der Orangen-Importeur Allismoe eingezogen, ein Interessent erwägt nach Angaben von Steinweg, die ehemalige Alcatel-Kantine in ein Kampfsportstudio zu verwandeln, und es laufen Gespräche über den Zuzug eines größeren Unternehmens, das vor allem wegen des funktionierenden Gleisanschlusses Interesse an dem Standort hat.

Party-Location am Autofriedhof?

Den nordwestlichen Teil des Gewerbeparks nutzt derzeit die Firma Autorecycling Schaumburg, die Fahrzeuge in ihre Kleinteile zerlegt und wiederverwertbare Teile weiterverkauft. Doch nach den Plänen von Thorsten Steinweg könnte ein Teil des Autofriedhofes bald mit neuem Leben gefüllt werden.

Am äußersten Rand des Grundstücks erwägen Steinweg und die Franke-Brüder die Errichtung einer 750 Quadratmeter großen Halle, die für Partys angemietet werden könnte. Stephan Röhrkasse von der Event- und Veranstaltungsagentur „Nachtwerk“ habe bereits Interesse signalisiert, dort regelmäßige Partys zu organisieren.
„Es fehlt in Stadthagen definitiv an einem Angebot für junge Leute“, begründet Steinweg die Überlegungen. „Die Halle liegt bereits aufbaufertig im Gewerbepark. Wir haben die Halle aus dem Altbestand der US-Armee bei einer Auktion in Dortmund erstanden.“

Anlaufstelle für Bedürftige

Neben Gewerbetreibenden, die die Hallen vor allem als Lager nutzen, gibt es auch eine Reihe sozialer Organisationen, die sich an der Gubener Straße angesiedelt haben.

Die Schaumburger Beschäftigungsinitiative (Siga) betreibt im Gewerbepark ihre Werkstätten zur Reparatur von Fahrrädern (Bild) und Elektrogeräten. Auch die Wiederaufbereitung alter Möbel erfolgt an der Gubener Straße. In unmittelbarer Nachbarschaft betreibt das DRK seine Kleiderkammer sowie die Lebensmittelausgabestelle der Tafel, und der Fahrdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes ist ebenfalls im Gewerbepark angesiedelt.
Ab Mitte Januar sollen zudem rund 50 Flüchtlinge im ehemaligen Alcatel-Bürotrakt Obdach finden. Um die Räume als Wohnungen einzurichten, hat die Gewerbepark Schaumburg GbR nach eigenen Angaben rund 40 000 Euro investiert.

Tonstudio, Trockeneis und Taxi-Express

Die Werbeagentur Brand Bull hat sich im Obergeschoss des ehemaligen Alcatel-Bürotraktes ein Tonstudio eingerichtet, um dort Werbe-Jingles und Einsprecher aufzunehmen. Das gefällt auch Thorsten Steinweg (Foto), der trotz der enormen Vielfalt an Mietern nicht den Überblick verliert.

„Es herrscht eine familiäre Atmosphäre, die Firmen helfen sich gegenseitig aus – etwa, wenn es darum geht, sich einen Gabelstapler zu leihen. Das macht uns die Arbeit natürlich leichter“, erklärt Steinweg.
Die Palette der Mieter reicht vom Taxi-Express über die Trockeneis-Reinigungsfirma Cool Jack bis hin zum Hersteller für Lebensmittelpumpen Fristam. ber

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