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Ein Gefühl wie Rosenmontag

Stadthagen / Erinnerungen Ein Gefühl wie Rosenmontag

Lothar Seidel,  heute Leiter des Kreisforstamtes, hat die Grenzöffnung vor 25 Jahren bei Duderstadt erlebt – und zwar als fröhliches ausgelassenes Straßenfest.

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Lothar Seidel erinnert sich noch gut an den Tag des Mauerfalls.

Quelle: sk

Von Vera Skamira

Stadthagen. Seidel, geboren am Niederrhein, hat damals in Göttingen Forstwirtschaft studiert. Tage vor dem Mauerfall hatten er und seine Kommilitonen laufend im Fernsehen und im Radio die neuesten Meldungen über das innerdeutsche Geschehen verfolgt.

Als am 9. November die Mauer fiel, hielt die jungen Leute nichts mehr. Am nächsten Morgen stiegen sie mit fünf Personen samt Getränken in einen Ford Escort und fuhren zum Grenzübergang in der Nähe von Duderstadt. „Einige Kilometer vor der Grenze sind wir aber schon nicht mehr durchgekommen“, erzählte Seidel. In dem kleinen Grenzort habe regelrecht Volksfeststimmung geherrscht: „Wie Rosenmontag, nur, dass die Leute nicht verkleidet waren.“

Ein Konzept für den spontanen Tagesausflug hatten Seidel und seine Freunde nicht: „Wir haben nur gestanden und auf der Straße gefeiert, ohne viel Alkohol aber mit ausgelassener Fröhlichkeit.“

Autos, die mit ihren seligen Insassen von jenseits der gefallenen Grenze in den Ort fuhren, habe man auf das Dach geklopft und Sekt in Plastikbechern hereingereicht. Derartige Szenen sind damals tausendfach an zahlreichen Grenzübergängen aufgenommen worden und über die Bildschirme geflimmert. Und genauso wie es dargestellt wurde, habe er, Seidel, es erlebt. Die Bilder seien für ihn so authentisch, dass er sich selbst oft darauf suche.

Für den Stadthäger war und ist der Mauerfall mehr als ein glückliches gesellschaftliches Ereignis. Sein Vater stammt aus Dresden, wurde später im Westen ansässig. Lothar Seidel erinnert sich noch sehr gut an Grenz-Schikanen, wenn Besuche bei Verwandten in Sachsen anstanden – und sei es, weil die Oma Socken in eine Zeitung eingewickelt hatte. Dabei habe es sich noch nicht einmal um eine Tageszeitung, sondern um die „Bäckerblume“ gehandelt.

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