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Ein Jahr Projekt Ausbildungsplatzgarantie

Positive Zwischenbilanz Ein Jahr Projekt Ausbildungsplatzgarantie

Der Landkreis garantiert Schülern der Oberschule Am Schlosspark vertraglich die Vermittlung in einen Ausbildungsplatz, wenn diese bestimmte Erwartungen erfüllen. Das erste Jahr des Projektes Ausbildungsplatzgarantie geht zu Ende. Schulleiterin Britta Liebelt zieht eine positive Zwischenbilanz.

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Die Siebtklässler Shaun Lüdeke und Lisanne Brünig erleben das Projekt Ausbildungsplatzgarantie als sehr motivierend.

Quelle: ssr

Stadthagen. Das Projekt ist weit über die Region hinaus einmalig. „Das ist ein Gewinn für die ganze Schule“, betont Liebelt.

70 Siebtklässler, das sind etwa 70 Prozent der Schüler dieses Jahrgangs, nehmen an dem freiwilligen Projekt teil. Sie erhalten nach dem Schulabschluss garantiert einen für sie geeigneten Ausbildungsplatz, wenn sie eine ganze Reihe von Bedingungen erfüllen: Im Abschlusszeugnis dürfen die Noten „5“ und „6“ nicht auftauchen, in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Wirtschaft muss wenigstens eine „3“ stehen. Das Arbeits- und Sozialverhalten muss mindestens den Erwartungen entsprechen.

Berufsorientierende Maßnahmen

Dazu kommt die verpflichtende Teilnahme an berufsorientierenden Maßnahmen, auf 40 Tage in vier Schuljahren verteilt. Das beginnt im 7. Jahrgang mit einer Potenzialanalyse, bei der festgestellt wird, welche Stärken und Neigungen der Schüler hat. Es folgen unter anderem gezielte Betriebserkundungen, Praktika, Bewerbungstraining und weitere Kurse zum Erwerb von Methoden, die für die Ausbildung wichtig sind. Ergänzt wird das Programm bereits in der 7. Klasse durch 25 Stunden ehrenamtliches Engagement in einer außerschulischen Einrichtung wie etwa Kitas, Technisches Hilfswerk und Naturschutzbund.

Das im laufenden Schuljahr absolvierte ehrenamtliche Engagement habe die Sozialkompetenz vieler Schüler sehr positiv beeinflusst, berichtet Liebelt: „Einige sind sogar über die 25 verpflichtenden Stunden hinaus beim Ehrenamt verblieben, weil es ihnen so viel Spaß macht.“ Der Siebtklässler Shaun Lüdeke (14) war im Weltladen tätig und erzählt, sein ehrenamtlicher Einsatz dort habe dazu geführt, „dass mein Selbstbewusstsein stärker geworden ist und ich im Unterricht nicht mehr so still bin und mich mehr melde“. Seine Mitschülerin Lisanne Brünig (14) hat in der Alten Polizei auf kleine Kinder aufgepasst und mit ihnen gespielt: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Spaß machen kann, anderen zu helfen, ohne Geld dafür zu bekommen.“

Fehlzeiten gehen zurück

Die im ablaufenden Schuljahr gemachten ersten Erfahrungen zeigen laut Liebelt, „dass das Projekt ausgezeichnete Auswirkungen auf die Sozialkompetenz der Schüler hat“. So sei der Anteil der Siebtklässler, der beim Arbeits- und Sozialverhalten mindestens den Erwartungen entspricht, im Laufe des Schuljahres signifikant von 25 auf 70 Prozent gestiegen. Das Ausmaß an unentschuldigten Fehlzeiten ist zurückgegangen. „Es ist der Geist der Ausbildungsgarantie, der die Schüler auch in den Fächern zu besseren Leistungen antreibt“, sagt Liebelt. Das bestätigt Lisanne, die später einmal bei der Polizei arbeiten will: „Es ist eine Motivation, durch die man sich mehr bemüht, Ziele zu erreichen.“ Und Shaun, der das Berufsziel IT-Techniker hat, fügt hinzu: „Das ist eine gute Sache, man strengt sich einfach mehr an, in den Fächern besser zu werden.“

Die vielen berufsorientierenden Maßnahmen werden nach Überzeugung Liebelts dazu führen, „dass eine verbesserte Ausbildungsfähigkeit erreicht wird“. Davon könne die hiesige Wirtschaft profitieren, fügt Michaela Neumann, Leiterin des Bildungsbüros des Landkreises, hinzu: „Das Projekt wird, wenn es gelingt, dazu führen, dass ausbildungsfähige junge Leute gut in den hiesigen Betrieben platziert werden können.“ Das Bildungsbüro soll dafür sorgen, dass die Ausbildungsplatzgarantie auch tatsächlich umgesetzt wird. Die Garantie im Rücken, so sagen Shaun und Lisanne, „gibt ein gutes Gefühl und das ist toll“. Das Projekt soll in den nächsten siebten Jahrgängen fortgesetzt werden. ssr

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