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Ein Lehrer auf vier Pfoten

Ein Hund an der IGS in Stadthagen Ein Lehrer auf vier Pfoten

In der Klasse 8a geht es sauber, ordentlich und konzentriert zu, denn darauf legt „Willy“ großen wert. Die zusätzliche Lehrkraft an der Integrierten Gesamtschule Schaumburg (IGS) hat vier Beine, helles Fell, keinen Lehramtsabschluss, steckt dafür aber mitten in der Ausbildung zum Therapiehund.

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Zwischen Adrian, Chiara und Hanife hält „Willy“ es auch gut im Klassenraum aus.

Quelle: geb

STADTHAGEN. Der 17 Monate alte Retriever-Pudel-Mischling kommt aus dem Haushalt von Klassenlehrer Thomas Lohre und ist aus seinem Unterricht nicht mehr wegzudenken. „In zahlreichen deutschen Klassenräumen gibt es schon Schulhunde. In meiner Klasse wollte ich auch einmal den Versuch wagen, mit Hilfe von Willy die Lernamtosphäre zu verbessern“, erklärt Lohre. Im Juni hatte sein Vierbeiner die 180-stündige Ausbildung zum Therapiehund angetreten. Ehefrau Katja Lohre setzt ihn einmal in der Woche in der Tagespflege für Demenzkranke ein.

Doch sein therapeutisches Talent allein öffneten dem Hund bei weitem noch nicht die Tür zum Klassenzimmer. Angefangen beim Schulleiter arbeitete sich Lohre seit September des vergangenen Jahres durch die Instanzen, um Lehrer, Eltern, Schulamt und Landesschulbehörde von seiner Projektidee zu überzeugen. „Natürlich ist eine umfassende Rücksprache nötig, bevor ein Lehrer ein Tier in den Unterricht integrieren darf“, sagt Lohre. Dabei bringe sein Mischling auch „charakterlich“ das nötige Feingefühl für die tiergestützte Pädagogik mit. „Willy hat ein menschenfreundliches Wesen, ist aggressionsfrei und stressresistent“, verspricht sein Herrchen.

Regeln für den Umgang entwickelt

Das Projekt Schulhund ist Lohre behutsam angegangen. Zunächst führte er seine Schüler über eine AG im vergangenen Schuljahr an das Tier. „Wir haben gemeinsam Regeln und Rituale im Umgang mit dem Hund erarbeitet“, so der Klassenlehrer. Die Hygieneleitlinien entsprechen den Richtlinien des Schulamts. „Willy hat allerdings keinen jahreszeitlichen Fellwechsel, daher eignet er sich prinzipiell auch für Allergiker“, ergänzt Lohre.

Seit Beginn dieses Schuljahres sitzt sein treuer Helfer in sieben Schulstunden wöchentlich im Klassenraum, dazwischen muss er wieder nach Hause. Er bewegt sich frei zwischen den Tischen und Stühlen und hat sein eigenes Spielzeug. „Er bleibt meist da, wo er am meisten gestreichelt wird“, meint Chiara, während Willy ihr seine Aufmerksamkeit schenkt. Die Schülerin findet auch, dass es mit dem Hund im Klassenraum ruhiger zugeht. Mit Extra-Futter habe sich bisher noch keiner ihrer Klassenkameraden bei ihm eingeschmeichelt. geb

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