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Stadthagen Stadt Ein Plan nach langem Hickhack
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Ein Plan nach langem Hickhack
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00:18 25.12.2017
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STADTHAGEN

Der Aufsichtsrat der Kreiswohnungsbau GmbH als Bauherr hat dem Entwurf einmütig zugestimmt. Auch die Stadtverwaltung steht hinter dem Konzept. Das betreffende Areal gehört der Stadt.

Nach den Plänen von Diplom-Ingenieur Volker Wehmeyer sollen auf dem Gelände zwischen Krummer Straße und Am Nordwall insgesamt 15 Wohnungen auf insgesamt 1200 Quadratmeter Fläche entstehen. Die Kreiswohnbau will dafür nach Angaben von Geschäftsführer Heinz-Helmut Steege 3,3 Millionen Euro investieren. Die Planungs- und Genehmigungsverfahren werden nach Angaben von Wehmeyer etwa ein Jahr dauern, als Bauphase werde das Jahr 2019 angepeilt.

Auf Beschluss der zuständigen Ratsgremien war im Herbst 2014 für das Projekt ein Architektenwettbewerb ausgelobt worden. Aus diesem war ein Stuttgarter Architekt als Sieger hervorgegangen. Doch dessen Entwurf ließ sich nach langem Hickhack nicht mit der wirtschaftlichen Kalkulation der Kreiswohnbau in Übereinstimmung bringen. „Wir nehmen eine soziale Aufgabe wahr und wollen bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen“, betonte dazu gestern der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Kreiswohnbau, Eckhard Ilsemann. Daher wurde ein Mietpreis von unter 9 Euro zur Bedingung gemacht. „Das ließ sich mit dem Stuttgarter Büro trotz aller Optimierungen nicht erreichen“, sagte Steege. Daher hatte man sich im vergangenen Frühjahr von dem Wettbewerbs-Sieger getrennt und das Ingenieurbüro Wehmeyer beauftragt. Dessen Konzept ermöglicht es jetzt laut Steege, mit einen Mietpreis von zwischen 7,50 und 8,50 Euro zu kalkulieren, womöglich sogar inklusive Heizkosten. Die barrierefreien Wohnungen werden zwischen 50 und 120 Quadratmeter groß sein.

Denkmalgeschütztes Gebäude

Im Unterschied zum Stuttgarter Büro und zu den anderen Wettbewerbsteilnehmern bezieht Wehmeyer das denkmalgeschützte Gebäude Krumme Straße 35 in den Gebäudekomplex mit ein. Für dessen Sanierung kann nämlich jede Menge Fördergeld fließen. Der Fachwerkbau und ein dahinter liegendes ehemaliges Stallgebäude soll später Abstellgelegenheiten und Räumlichkeiten zum Feiern für alle Mieter bieten. Daher kann auf einen Keller verzichtet werden – einer der maßgeblich kostensenkenden Maßnahmen.

Preiswerter als die Stuttgarter Variante ist der neue Entwurf auch, weil er nicht drei einzelne Häuser, sondern einen großen zusammenhängenden Gebäudekomplex mit zwei Giebeln und Erkern vorsieht. „Das spart enorm Erschließungsaufwand, Dachfläche und ermöglicht mehr Wohnraum, was die Sache wirtschaftlicher macht“, erläuterte Steege.

Der Wehmeyer-Entwurf füge sich „nahtlos in unser Konzept städtebaulicher Denkmalschutz ein“, befand Bauamtsleiter Gerd Hegemann. Auf die Frage, ob der 30000 Euro teuere Architektenwettbewerb nicht verzichtbar gewesen sei, antwortete Hegemann: „Wir hatten es aus städtebaulichen Gründen für wichtig erachtet, dass wir von außen Ideen eingespeist bekommen.“ Es sei auch einiges zusammengekommen, „worauf der jetzige Entwurf aufbaut“. Ilsemann betonte, er habe den Entwurf des Stuttgarter Architekten „von Anfang an für nicht als realisierbar gehalten“. ssr

Kommentar

Gehe über Los und ziehe keine 30 000 Euro ein. So oder so ähnlich würde bei Monopoly Stadthagen die Spielkarte lauten, die Politik und Verwaltung vor gut drei Jahren gezogen haben. Während sich Monopoly-Spieler darüber ärgern würden, scheint man auf Seiten der Stadt noch das Positive zu sehen. So viel Optimismus steckt schon fast an. Die gute Nachricht: Es geht weiter an der Krummen Straße. Die schlechten Nachrichten: Es hat zu lange gedauert und war zu teuer. Denn die 30 000 Euro, die die Stadt für den Architektenwettbewerb gezahlt hat, sind ohne Ergebnis flöten. Und für die Nordstadt ist wichtige Zeit ins Land gestrichen. Immerhin ist nun ein heimisches Ingenieurbüro mit der Überplanung der Krummen Straße beauftragt worden. Aber genau das hätten die Entscheider aufseiten der Stadt schneller und preiswerter haben können. vr

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