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Stadthagen Stadt Ein Runde auf der Herforder Bodenmühle
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Ein Runde auf der Herforder Bodenmühle
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00:16 05.04.2017
Die vier Jahre alte Romy dreht fröhlich ihre Runden auf dem historischen Karussell. Quelle: geb
STADTHAGEN

Einige Restaurationen hat es nach all den Jahren hinter sich, aber „der Mittelbau und die Holzsparren am Rand sind noch Teile der Originalkonstruktion“, weiß Betreiber Tino Noack.

Der Karussellbauer Heinrich Wehmeyer aus Herford, einer Stadt mit langer Schausteller-Tradition, hat die sogenannte Bodenmühle gebaut. Gemeinsam mit Vater Friedrich-Wilhelm erschuf er zahlreiche Karussells und machte sich in der Welt der Schausteller einen Namen. Bei der Firma Schumann aus Hannover wurden die Holzpferde per Hand geschnitzt.

Als erster Schausteller ist der Herforder Heinrich Heitmann mit dem Pferdekarussell über die Rummelplätze gezogen. Als dessen gleichnamiger Sohn das Geschäft übernahm, ließ er die hölzernen Rösser entfernen und gegen aktuellere fahrbare Untersätze austauschen. „Etwa ab den sechziger Jahren wollten die Kinder lieber in Autos Platz nehmen“, erklärt Noack.

1972 trennte sich die Familie Heitmann nach 86 Jahren von ihrer modernisierten Bodenmühle. Die Münsteraner Firma Höhle reiste damit anschließend aber nur vier Jahre lang über die Jahrmärkte. In einer Scheune eingelagert erinnerte sich Jahre später der Paderborner Schausteller „Jüppi“ Bröckling an die stillgelegte Bodenmühle und erweckte sie nach einer originalgetreuen Restaurierung zu neuem Leben.

Die Firma Sternickel fertigte Pferde, Kutschen und Triller-Gondeln im nostalgischen Stil an, ein Paderborner Künstler verzierte die Fassade, der Boden wurde erneuert und der Antrieb modernisiert. 1999 gab auch Bröckling das Karussell in neue Hände: Hartmut Nessel verpasste der Bodenmühle eine moderne Stahlkonstruktion, um den langwierigen Auf- und Abbau zu erleichtern – „der nimmt allerdings auch mit vier Mann immer noch vier Stunden in Anspruch“, weiß Noack, der das Karussell seit 2014 betreibt. geb