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Ein nervenaufreibender Eklat

40 Jahre - 40 Köpfe: Günter Drieschner Ein nervenaufreibender Eklat

Er war der letzte ehrenamtlich Bevollmächtigte der IG Metall-Verwaltungsstelle Stadthagen. Die Wandlung zur hauptamtlichen Verwaltungsstelle erlebte Günter Drieschner (83) aus Stadthagen 1963 hautnah mit.

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Günter Drieschner hat mit gesammelten Presseartikeln auch die brisanten Aspekte seiner Vergangenheit dokumentiert.

Quelle: mak

Stadthagen. Ein Eklat im Jahr 1987 sorgte jedoch dafür, dass Drieschner mit einem Schlag sämtliche Ämter bei der IG Metall niederlegte. Ein Rückblick.

 Nach der Ansiedlung der Firmen Hackethal, später Kabelmetall und Flohr-Otis sowie den Firmen Steffens und Nölle in den sechziger Jahren erfreute sich die IG Metall-Verwaltungsstelle über einen enormen Zuwachs an Mitgliedern. Entsprechend wurde auch die Arbeitsbelastung auf der ehrenamtlich besetzten Verwaltungsstelle immer mehr. Die Lösung: eine Fusion der Verwaltungsstellen Bückeburg und Stadthagen, für die sich Drieschner 1963 vehement einsetzte.

 Es folgte die Bildung einer hauptamtlichen Stelle in Stadthagen. Das markierte den Anfang einer neuen Ära für die IG Metall, die nunmehr die größte der hiesigen Gewerkschaften in der Region Schaumburg nach der Schließung des lokalen Bergbaus war.

 Ab 1969 begleitete Drieschner schließlich als zweiter Bevollmächtigter Verwaltungschef Helmut Weber bis zu dessen Pensionierung. Es folgte eine gute Zusammenarbeit, die vor allem aufgrund der guten Chemie zwischen Weber und Drieschner Früchte trug.

 1987 hatte der engagierte IG Metaller den Posten des Betriebsratsvorsitzenden der Firma Rentrop, heute Faurecia, inne. „Zu dieser Zeit gab es personelle Schwierigkeiten“, erinnert sich der Stadthäger. Das Unternehmen wollte sich von „Krankfeierern“ lösen – eine Abfindung sollte die entlassenen Mitarbeiter milde stimmen. Obwohl vom Betriebsrat beschlossen, lehnten die Führungskräfte des Unternehmens die Zahlungen ab.

 Von dieser Haltung zeigte sich Günter Drieschner dermaßen enttäuscht, dass er sämtliche Ämter, die er bei der IG Metall pflegte, niederlegte. Die Schlagworte in der Zeitung: „Wer bei Rentrop häufiger krank ist, muss gehen.“ „Das war definitiv eine Zeit, die sehr an meinen Nerven zehrte“, gibt der 83-Jährige zu.

 Nach diesem Disput widmete sich Drieschner vor allem der Integration von ausländischen Mitarbeitern bei Rentrop. Großartige Probleme gab es dabei nicht. Eher mit einem Schmunzeln erinnert er sich an sein erstes Zusammentreffen mit einem türkischen Ehepaar. „Ich begrüßte seine Frau und legte meine Hand auf ihrer Schulter – da sprang mich der Ehemann wutentbrannt an“, erzählt der Stadthäger. Es waren eben Dinge wie diese, die man über die neuen Mitarbeiter und ihre Kultur erst habe lernen müssen. „Sobald gewisse Eigenheiten bekannt waren, war es jedoch kein Problem, freundlich miteinander umzugehen“, resümiert Drieschner, es sei eine schöne Zeit gewesen. mak

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