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Einblicke hinter die Kulissen historischer Orte

Stadthagen/Lindhorst / "Tag des offenen Denkmals" Einblicke hinter die Kulissen historischer Orte

Der europaweite „Tag des offenen Denkmals“ rückt in Schaumburg ausgewählte Denkmäler in den Blickpunkt. 30 Stationen in Stadthagen und der Samtgemeinde Lindhorst laden für Sonntag, 11. September, zu einem Blick hinter die Kulissen ein.

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Rittergut Remeringhausen. © pr.

Stadthagen/Lindhorst (kil). Zusammen mit den Eigentümern der Denkmäler, den Kommunen und ehrenamtlichen Helfern hat die „Schaumburger Landschaft“ ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Denkmäler, die normalerweise verschlossen sind, öffnen ihre Türen, und Gebäude mit langer Tradition ermöglichen neue Einblicke. Zu sehen sind Mausoleen, Kirchen, bäuerliche Gebäude, Gärten und mehr.

Zu den ältesten Denkmälern zählt der aus romanischer Zeit stammende Palas (Wohnturm) im Stadthäger Bruchhof. Im neuen Glanz zeigt sich unter anderem das 1952 errichtete und kürzlich sanierte Mausoleum der jüdischen Familie Philippsohn in Ottensen, während die „Alte Polizei“ in Stadthagen ein Programm aus Workshops, Kleinkunst und Ausstellung präsentiert. Eine Übersicht mit allen Denkmälern gibt es auf www.schaumburgerlandschaft.de.

Ein Begleitprogramm aus Vorführungen von Handwerkstechniken, Musik, Führungen und Kinderaktionen rundet den Tag ab. Für diejenigen, die die Denkmäler auf zwei Rädern abklappern wollen, hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub eine ausgeschilderte Route erstellt. Ausgangspunkt ist die St.-Martini-Kirche in Stadthagen.

Einst ein Bergarbeiterhaus

Von außen haben es wahrscheinlich bereits viele wahrgenommen, ein Blick ins Innere bietet sich am 11. September: Das Haus Tadge, Schaumburger Weg 9, in Stadthagen wurde 1903 als Bergarbeiterhaus errichtet. Es steht exemplarisch für eine in Schaumburg verbreitete Übergangsform vom Bauern- zum Handwerkerhaus. Der Bau weist die regionaltypische Hallenhausform im Kleinformat auf – innen Fachwerk, außen Ziegelmauerwerk. Besitzer und IG Bauernhaus informieren über die Hausgeschichte. Kinder können kleine Lehmbauwerke herstellen.

Brot backen wie in vergangenen Zeiten

Die Trachtengruppe Lindhorst lädt zu einem bunten Programm im Mehrzweck-Backhaus auf dem Hof Brunkhorst ein. Das ehemalige Vierständerhaus wurde 1858 als Hofstelle in Antendorf errichtet. Später diente es als Leibzucht, in der auch Ziegen und Schweine gehalten wurden. Drohte das leer stehende Haus in den Siebzigern zu verfallen, hat es die Trachtengruppe seit 2008 restauriert und einen traditionellen Backofen angebaut. Dieser versorgt die Gäste am „Tag des offenen Denkmals“ mit frischem Brot. Zudem werden Schmiedearbeiten gezeigt, achttourige Tänze vorgeführt und Führungen angeboten.

Kirchturmluft schnuppern

Die Kirche kann man sich zwar auch an normalen Tagen ansehen, den Turm besteigen oder einen Blick in den Dachstuhl werfen aber nicht. Die evangelisch-lutherische Godehardi-Kirche in Beckedorf lädt am „Tag des offenen Denkmals“ dazu ein. Die Wurzeln des Sakralbaus liegen im 14. Jahrhundert, als im Dorf eine Kapelle entstand. Anfang des 15. Jahrhunderts wurde der Bau um einen Turm ergänzt, der heute noch existiert. Die Kirche in ihrer jetzigen Form als barocke Saalkirche entwickelte sich 1740. Im Inneren ruhen kunsthistorische Werke aus Spätgotik und Mittelalter.

Idylle mit 500 Jahre alter Sonnenuhr

Idyllisch gelegen präsentiert sich die über Jahrhunderte gewachsene Gutsanlage: Das Rittergut Remeringhausen in Stadthagen gelangte 1565 in die Hände der Freiherren von Münchhausen, 1952 an die Familie von Breitenbuch. Das alte Herrenhaus von 1594 als ein Bruchsteinbau der Renaissance und die rund 500 Jahre alte Sonnenuhr zählen zu den Besonderheiten des Gebäudes. Das neue barocke Herrenhaus wurde 1701 errichtet. Zur Gutsanlage gehört ein Landschaftsgarten aus dem 19. Jahrhundert, der bei einer Führung erkundet werden kann.

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