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Stadthagen Stadt Einbruchsversuch bleibt ungeklärt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Einbruchsversuch bleibt ungeklärt
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00:16 07.07.2017
Quelle: dpa
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STADTHAGEN

„Es hat nicht gereicht, um Sie zu überführen“, sprach Feldhaus den Angeklagten in der Urteilsbegründung direkt an. „Ich persönlich bin sehr sicher, dass Sie es waren“, fügte er nach dem Ende der Sitzung hinzu, verbunden mit dem Hinweis: „Sie sollen wissen, dass wir Sie im Blick haben.“

Fest steht: Wesensfremd wäre dem Mann aus Lindhorst eine solche Tat nicht. Bereits zweimal, 2007 und 2014, ist er von Gerichten wegen Wohnungseinbrüchen verurteilt worden, in einem Fall zu viereinhalb Jahren Haft. Bei dem Einbruch, um den es jetzt ging, war am Tatort in Stadthagen ein Schraubendreher mit DNA-Anhaftungen des 48-Jährigen gefunden worden. Der Lindhorster schien überführt zu sein. Weil er vorbestraft ist, war sein genetischer Code bereits in der Datei gespeichert.

„Es bestehen Zweifel an der Schuld des Angeklagten“

Das Problem: Es handelte sich um eine Mischspur. Darunter versteht man genetische Hinterlassenschaften mehrerer Menschen. Theoretisch kommen also verschiedene Personen als Täter infrage. Für eine Verurteilung muss Richter Feldhaus jedoch sicher sein, dass der Angeklagte die Tat begangen hat. Eine Handy-Ortung für das Mobiltelefon des 48-Jährigen hatte nicht stattgefunden.

„Es bestehen Zweifel an der Schuld des Angeklagten“, meinte auch Staatsanwalt Timo Goldmann, bevor er auf Freispruch plädierte. „Wir können mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststellen, dass auch der Angeklagte den Schraubendreher einmal in der Hand gehalten hat“, so Goldmann. „Dass er am Fenster rumhantiert hat, kann man leider nicht feststellen.“

Opfer hat immer noch Angst

Obwohl die Tat bereits im Oktober 2015 passiert ist, leidet die Bewohnerin (73) noch heute an den Folgen. „Es ist ja nicht nur der Schaden“, erklärte sie als Zeugin vor Gericht. „Es ist, dass man jetzt Angst hat.“ Die Stadthägerin glaubt, dass sie den Einbrecher überrascht hat. Eine Scheibe war eingeschlagen. Offenbar wollte der unbekannte Täter durch die Terrassentür oder ein Fenster eindringen. Der Schraubendreher war am Rahmen stecken geblieben.

Über die Anklage gegen seinen Mandanten hat sich Verteidiger Dimitrios Kotios „schon sehr gewundert“. Es gebe schließlich „nur diese DNA am Schraubenzieher“. Die Erklärung dafür: In der Vergangenheit, so Kotios, habe der Angeklagte sich häufig Werkzeug von Nachbarn und Bekannten geliehen, es aber auch verliehen.

Merkwürdig ist dies: Am Fenster waren Spuren von Latex-Handschuhen gefunden worden. Da stellt sich die Frage: Wenn der Täter clever genug war, Handschuhe zu benutzen, warum hat er dann nicht auch den Schraubenzieher desinfiziert? ly

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