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00:16 15.09.2016
In Schaumburg gibt es nur wenige Schulabbrecher. Quelle: Symbolfoto
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Landkreis/Stadthagen

Während laut einer Studie des kirchlichen Wohlfahrtverbands Caritas bundesweit jährlich knapp 50000 junge Menschen die Schule ohne Abschluss beenden, kann der Landkreis Schaumburg seit Jahren einen sehr positiven Wert vorweisen. Deutschlandweit verlassen durchschnittlich rund 5,5 Prozent eines Jahrgangs die Schule ohne Perspektiven. Im heimischen Landkreis waren es im Schuljahr 2014/15 laut Kreisjugenddezernentin Katharina Augath 2,7 Prozent.

Im Jahr davor verließen sogar nur 1,7 Prozent die Schule vorzeitig. Die Nachbar-Landkreise wie Hameln-Pyrmont können nicht mit den Zahlen mithalten. Ganz schlecht sieht es in vielen Orten im Osten der Republik aus. Im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt etwa hatten die Schüler besonders wenig Lust auf Schule: 14,4 Prozent der Jugendlichen verließen ihre Bildungseinrichtung, bevor sie einen Hauptschulabschluss erreicht hatten.

Drei Faktoren

„Wir sind auf diese Entwicklung natürlich stolz“, sagt Augath selbstbewusst. Die niedrige Zahl der Schulabbrecher sei nur möglich, weil der Landkreis seit vielen Jahren daran arbeite und die notwendigen Mittel zur Verfügung stelle. Die Kreisjugenddezernentin sieht drei Faktoren, die für den positiven Trend in Schaumburg verantwortlich sind. Zum einen habe ihrer Ansicht nach die Schulsozialarbeit einen großen Anteil daran. An den vier Integrativen Gesamtschulen (IGS) und auch an den drei Oberschulen im Landkreis gebe es jeweils eine volle Sozialarbeiterstelle. Die Möglichkeiten der Lehrer bei Problemen seien begrenzt. „Die Sozialarbeiter können mehr in die Tiefe gehen und sich bei Bedarf besser um die Jugendlichen kümmern.“

Bereits vor 15 Jahren wurden die Stellen geschaffen und hätten sich durchgesetzt. Zum anderen sei die frühe Umstellung auf die neuen Schulformen der IGS und der Oberschule ein Grund für die niedrige Zahl der Schulabbrecher. Durch die integrative Arbeit stehe nicht nur die Leistung im Fokus, auch andere Qualitäten der Schüler würden stärker berücksichtigt, so Augath. Als dritten Aspekt sieht sie die Erziehungsberatungsstellen im Landkreis.

So früh wie möglich reagieren

Die kommen vor allem zum Einsatz, wenn ein Schüler auffällig wird, weil etwa die Leistung rapide abfällt. „Hier ist uns wichtig, so früh wie möglich zu agieren“, so Augath. Prävention sei auch ein wichtiges Stichwort in Hinblick auf Schulschwänzer. Gespräche mit den Eltern seien häufig ein wichtiger Schritt, um rechtzeitig die Kurve zu bekommen. „Man darf nicht zu lange mit der Hilfe warten, denn sonst wird es für den Schüler nur unnötig schwer, sich wieder einzugliedern“, meint Augath. Die Hilfe der Beratungsstellen oder auch der Schulsozialarbeiter, die die Schüler erfahren, könnten auch bei persönlichen Problemen oder einer Überforderung greifen.

Ebenfalls motivieren soll das noch ganz neu ins Leben gerufene Projekt der Ausbildungsgarantie (wir berichteten). Dort können die Schüler der Oberschule am Schlosspark in Stadthagen einen Vertrag mit dem Landkreis eingehen, der sich verbindlich um einen Ausbildungsplatz kümmert – wenn der Jugendliche Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Fleiß und soziales Engagement eben den Vertragsbedingungen an den Tag legt.

Es gibt immer leichte Schwankungen

Augath hofft, dass die Maßnahmen auch in Zukunft funktionieren und möglichst wenig Schüler ihre Einrichtung ohne Abschlusszeugnis verlassen. Es gebe bei der Häufigkeit der Schulabbrecher immer leichte Schwankungen. Aber in den vergangenen Jahren hätte sich ein Schnitt um die 2,5 Prozent eingependelt – Deutschlandweit fast Spitzenreiter. Der kommt aber aus dem fränkischen Ansbach. Dort beendeten nur 1,1 Prozent der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss. ssr

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