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Einfach Einsperren reicht nicht

Vor Gericht Einfach Einsperren reicht nicht

Reihenweise Straftaten soll ein Stadthäger (19) begangen haben, der sich zurzeit vor dem Landgericht in Bückeburg verantworten muss: Brandstiftung, sexuelle Nötigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, mehrere Diebstähle und Einbrüche legt Staatsanwalt André Lüth dem 19-Jährigen zur Last.

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Quelle: dpa

Stadthagen/Bückeburg. Hintergrund könnten Alkohol- und Drogenprobleme sein.

 Zum Auftakt hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt und Reue bekundet. „Er bedauert die Taten, besonders die sexuelle Nötigung“, betont Verteidiger Thorsten Bittner. Weil der Heranwachsende zum Teil noch keine 18 Jahre alt war, als er die Delikte begangen haben soll, hat das Gericht die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen.

 Eine Verurteilung zu einer Jugendstrafe ohne Bewährung erscheint denkbar. „Bloßes Einsperren reicht allerdings nicht“, erklärt Bittner. „Mein Mandant braucht Hilfe.“ Vorstellen könnte sich der Anwalt eine Ausbildung und Therapie auch im Gefängnis. In Untersuchungshaft sitzt der Angeklagte bereits. Schlecht bekommen ist dies dem 19-Jährigen nach Bittners Eindruck nicht. Er habe jetzt einen geregelten Tagesablauf.

 Dass der Stadthäger auf die schiefe Bahn geraten ist, könnte auch mit dessen Kindheit zusammenhängen. „Er ist bereits in jungen Jahren zu seinen Großeltern gekommen und dort aufgewachsen“, berichtet Bittner, ohne Details der Vorgeschichte zu nennen. Vorbestraft ist der Heranwachsende den Angaben zufolge wegen kleinerer Delikte, darunter Diebstähle und auch mal eine Klopperei.

 Von anderem Kaliber ist mindestens eine der Taten, um die es jetzt geht. Im August 2012 soll der damals 17-Jährige in Bad Salzuflen Annäherungsversuche gegenüber einer jungen Frau gemacht haben, die er aus Bielefeld kannte. Als er auf Ablehnung stieß, soll der Stadthäger das Opfer auf dem Nachhauseweg gewürgt und teilweise ausgezogen haben. Angesichts eines Passanten sei er dann geflüchtet, wie es in der Anklageschrift weiter heißt.

 In Bielefeld spielt ein Fall von mutmaßlicher Brandstiftung. Dort soll der Jugendliche zusammen mit Bekannten im Mai 2012 eine leer stehende Garage angezündet haben. Ebenfalls nicht allein war er dem Geständnis zufolge, als im September 2013 die Scheibe eines Stadthäger Tabakwarengeschäftes eingeschlagen wurde. Die Beute: Schmuck im Wert von rund 580 Euro und ein Trinkglas.

 Am selben Tag soll der Schaumburger aus einem Supermarkt in Stadthagen Schnaps für etwa 100 Euro mitgenommen haben, ohne zu bezahlen. Um eine Flasche Parfüm zum Preis von 16,95 Euro geht es beim Diebstahl aus einem anderen Stadthäger Markt, begangen am 1. Oktober. Auf das Haus seiner Großeltern hatte es der Heranwachsende im November abgesehen. Er soll die Tür aufgebrochen und zwei Flaschen Wein eingesteckt haben.

 Für den Prozess hat Richter Norbert Kütemeyer, Vorsitzender der 1. Großen Jugendkammer, zunächst vier Sitzungstage anberaumt, 14 Zeugen geladen und eine Gutachterin bestellt. Weil der Angeklagte offenbar Probleme mit Alkohol und Drogen hat, soll die Sachverständige beurteilen, wie es um die Schuldfähigkeit des Stadthägers bestellt ist. Über das Ergebnis des Gutachtens, das am Freitag erstattet werden sollte, ist bisher nichts bekannt geworden. ly

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