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Einmal Gefängnis, einmal Bewährung

Stadthagen/Bückeburg / Urteil Einmal Gefängnis, einmal Bewährung

Für den Überfall auf einen Geldboten in der Tiefgarage am Hundemarkt muss ein Täter ins Gefängnis, der zweite bekommt Bewährung. Beide sind des versuchten schweren Raubes schuldig. So hat die 1. Große Jugendkammer am Bückeburger Landgericht jetzt in einem Berufungsverfahren entschieden. Abgesehen hatten es die Männer auf die Tageseinnahmen eines Wettbüros. Mit einem wackeligen Krummdolch wie aus 1001. Nacht sollte der Forderung Nachdruck verliehen werden.

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Stadthagen/Bückeburg (ly). Aufatmen darf nun der jüngere Angeklagte, ein 22-Jähriger aus Stadthagen, der zur Tatzeit noch Heranwachsender war und daher nach dem vergleichsweise moderaten Jugendstraftrecht verurteilt wurde. Bei ihm geht die Kammer von einer günstigen Sozialprognose aus, die Voraussetzung für Bewährung.

Seit dem Überfall, der im Januar drei Jahre zurückliegt, ist der Stadthäger nicht mehr straffällig geworden. Er hat einen Arbeitsvertrag in der Tasche, ist vor einigen Monaten Vater geworden und lebt mit der Mutter des Kindes zusammen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Im Fall des älteren Angeklagten kann die Entscheidung noch angefochten werden. Zunächst aber bleibt es dabei: Der 25-Jährige, verurteilt nach dem allgemeinen Strafrecht für Erwachsene, soll 32 Monate Haft verbüßen. Bei Freiheitsstrafen von mehr als zwei Jahren ist keine Bewährung möglich. Einen Grund, an die untere Grenze zu gehen, sah das Gericht nicht.

In ihrer Urteilsbegründung erinnerte Richterin Dr. Birgit Brüninghaus daran, dass die Tat für den Kassierer ein Schock gewesen sein muss. „Er kam nachts allein in die Tiefgarage, wo ihn maskierte Männer mit einem Messer bedrohten“, so die Vorsitzende. Den Tätern attestierte Brüninghaus „große kriminelle Energie“.

Nur einem glücklichen Zufall sei es zu verdanken gewesen, dass das Opfer habe entkommen können. Auf dem Weg zu seinem Auto hatte der Geldbote eine Abkürzung genommen. Als die Räuber auftauchten, saß er bereits im verriegelten Wagen und konnte fliehen.

Im Prozess behaupteten die Angeklagten sinngemäß, nachdem der Überfall nicht geklappt habe, hätten sie mit dem Dolch aus Frust gegen die Seitenscheibe geschlagen und in einen Hinterreifen gestochen. Dies glaubt das Gericht nicht. Vielmehr nimmt die Kammer an, dass die Waffe als Drohmittel eingesetzt worden sei.

In einem ersten Prozess hatte das Stadthäger Jugendschöffengericht beide Männer zu Haftstrafen verurteilt, jeweils ohne Bewährung. Gegen einen mutmaßlich dritten Täter läuft ein gesondertes Verfahren in Stadthagen.

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