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Einmal Nikolaus reicht nicht

Weihnachtsmarkt-Bilanz Einmal Nikolaus reicht nicht

In den sozialen Netzwerken hat der Stadthäger Weihnachtsmarkt viel Gegenwind erfahren, Beschicker und Ausrichter zeigen sich indes mit dem Verlauf zufrieden. Nur in einem Punkt herrscht Einigkeit: Ein bisschen mehr Programm darf es sein.

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Die Budenbetreiber wünschen sich ein größeres Programm für den diesjährigen Weihnachtsmarkt.

Quelle: Bildbearbeitung: Harmening

Stadthagen. Das fordert zum Beispiel Monika Ahrens, die den Stadthägern seit einem Vierteljahrhundert zur Weihnachtszeit Feuerzangenbowle und Glühwein verkauft. Sie sei sich aber bewusst, dass „auch das Finanzielle immer passen muss“. Insgesamt ist Ahrens mit dem Weihnachtsmarkt „sehr zufrieden“. Die viele negative Kritik im Internet könne sie nicht nachvollziehen. Vergleiche mit Städten wie Minden und Hannover hält Ahrens für unfair. Bei einem kleinen Markt wie dem in Stadthagen auf auswärtiges Publikum zu hoffen, sei realitätsfremd.

Da widerspricht Manuel Bern, mit dem Verkauf von Rippchen und Fisch auch schon fast 20 Jahre in der weihnachtlichen Kreisstadt aktiv. „Wenn das Programm stimmt, kommen die Leute auch von außerhalb“, ist Bern überzeugt. Er zieht Vergleiche mit Peine. „Dort gab es Väterchen Frost, das Christkind, eine große Aufführung.“ Was dem Markt seiner Meinung nach ebenfalls gut täte wäre, den Brunnen in der Mitte des Platzes in geschmückter Form mit einzubeziehen.

„Früher war jeden Tag der Weihnachtsmann da“

Dem pflichtet Tomasso de Rose bei, der seit mehr als drei Jahrzehnten Pizza auf dem Stadthäger Weihnachtsmarkt verkauft. „Erstens ist es schön, mit der Fontäne“, sagt de Rose. „Und zweitens ist dann mehr Platz für Buden.“ Auch der Langenhäger Pizzabäcker wünscht sich ein umfangreicheres Programm. „Früher war jeden Tag der Weihnachtsmann da“, sagt er. „Gerade am Wochenende ist das wichtig, wenn die Kinder da sind.“ Komme nur ein Mal der Nikolaus wie in diesem Jahr, reiche das nicht. Außerdem glaubt de Rose, eine Bühne mit Live-Musik könne etwas mehr Bewegung in den Markt bringen, den er insgesamt mit „gut“ bewertet. „Nur das Programm ist eben sehr, sehr schwach.“

„Unter dem Strich haben wahrscheinlich nur zwei oder drei Buden wirklich Geld verdient“, glaubt Frank Döppner vom Stadthotel Gerbergasse. Der gastronomische Betrieb war erstmals zusätzlich zu seinem „Genussmobil“ mit einer Hütte auf dem Weihnachtsmarkt vertreten. „Darin hatten wir ein paar Weihnachtsfeiern, das hat funktioniert“, sagt Döppner. Für dieses Jahr plane er eine Handvoll konzeptioneller Neuerungen wie mehr Platz in der Hütte für größere Gruppen.

Dieses Jahr eine Woche weniger Markt

Gelitten hat der Weihnachtsmarkt Döppner zufolge in diesem Jahr an der Laufzeit. Mit Heiligabend an einem Sonnabend sei es „der längste mögliche Weihnachtsmarkt“ gewesen. In diesem Jahr fällt Heiligabend auf einen Sonntag und damit auf den vierten Advent – eine Woche weniger Weihnachtsmarkt als 2016. Döppner ist überzeugt, dass die kürzere Laufzeit der Veranstaltung zugutekommen wird.

Immer wieder hört man unter Stadthägern – und über die Kreisstadt hinaus – der hiesige Weihnachtsmarkt sei schlicht zu lang. Auch in der Kritikwelle auf Facebook kam das Thema häufigauf. Für das Stadthäger Stadtmarketing (SMS) weist dessen Vorsitzender Günter Raabe darauf hin: „Wir haben uns ganz bewusst darauf geeinigt, dass der Weihnachtsmarkt auch Anzugspunkt für Geschäfte sein soll.“ Raabe ist der Überzeugung, „die Leute erwarten das auch“.

Optimierungsbedarf gebe es immer. Raabe: „Wir müssen eben genau schauen, was möglich ist und was nicht.“ Stadthagen lasse sich nicht mit einer Großstadt wie Hannover vergleichen. Natürlich, sagt Raabe, werde das Programm erweitert, und selbstredend wäre es wünschenswert, wenn der Weihnachtsmarkt außer dem Karussell nicht ausschließlich aus gastronomischen Betrieben bestünde. Der SMS-Vorsitzende: „Wir lehnen uns hier nicht zurück.“ jcp

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