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Stadthagen Stadt Einmal im Monat erklingt die 90 Jahre alte Stadthäger Geige
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Einmal im Monat erklingt die 90 Jahre alte Stadthäger Geige
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21:11 12.02.2019
Polina Neumann spielt die eng mit der Stadthäger Geschichte verbundene Geige vor rund 30 Gästen. Quelle: bor
Stadthagen

Mit Applaus dankten die mehr als 30 Gäste im Amtspfortenmuseum der Musikerin Polina Neumann, die auf der Geige Stücke von Brahms bis Kreisler spielte. Gebaut worden ist das Instrument nur einige Hundert Meter entfernt vom Museum in der Werkstatt des seinerzeit sehr bekannten Stadthäger Geigenbauers Carl Bernhard in der Echternstraße 3. Die räumliche Nähe geht allerdings einher mit einem gehörigen zeitlichen Abstand. Es war vor 90 Jahren, als Carl Bernhard wie im Geigenbau üblich das filigrane Instrument aus Elementen gefertigt aus sehr hartem und sehr weichem Holz zusammenfügte. 1929, also in dem Jahr, in dem die Weltwirtschaftskrise ausbrach und den Untergang der Weimarer Republik einleitete.

Der in Stadthagen im Jahre 1857 geborene Carl Bernhard erlernte das Handwerk des Zimmermannes, entdeckte dann jedoch seine Leidenschaft für den Geigenbau. Nach der Ausbildung kehrte er nach Stadthagen zurück und eröffnete hier seine Werkstatt. Mit handwerklichem Geschick und großem musikalischen Gespür erlangte er einen Ruf als Geigenbauer weit über Deutschland hinaus. Bis zu seinem Tod im Jahr 1934 schuf er mehr als 1000 Streichinstrumente.

Vor 90 Jahren in der Werkstatt des Stadthäger Geigenbauers Carl Bernhard entstanden, befindet sich das Instrument heute in Besitz des Museums Amtspforte.

Entsprechend ergriff Museumsleiterin Susanne Slanina 2009 die Chance beim Schopfe, als sie erfuhr, dass eine Geige aus der Werkstatt Bernhards bei einer Auktion im Stadthäger Ratskeller veräußert werden sollte. Schließlich gehe es hier um ein „Stück Stadthäger Geschichte“ wie Slanina betonte. Zuvor habe das Instrument einem Hannoveraner gehört, der damit in einem Amateurorchester gespielt habe, berichtete die Museumsleiterin. Um ihren Klang zu erhalten, wird die Geige einmal im Monat gespielt, manchmal auch vor Publikum.

Vielen Stadthägern noch bekannt ist der Geigenbauer Heinrich Schnier, der sein Handwerk bei Bernhard erlernte und bis in die achtziger Jahre in seiner Werkstatt an der Krumme Straße Instrumente baute. Diese Werkstatt ist im Museum Amtspforte zu besichtigen. bor