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Einsteigen, mitfahren – und abhauen

Geprellter Taxifahrer Einsteigen, mitfahren – und abhauen

Als vier angeheiterte junge Männer nach einer Party in der Festhalle am Wochenende zu ihm ins Taxi gestiegen sind, dachte sich Fahrer Kurt Geisler nichts Böses. Sie handelten einen Festpreis für die Tour nach Apelern aus und erlebten gemeinsam eine heitere Fahrt durch die Nacht – vorerst.

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Kurt Geisler

 „Die um die 20 Jahre alten Männer waren angetrunken und lustig drauf. Einer erzählte von einem geplanten Besuch der Eltern in Amerika“, erinnert sich Geisler. Doch kurz vor dem Ziel bei der Sparkasse in Apelern wurde es ruhiger im Taxi. „Der Fahrgast hinter mir meinte plötzlich, dass ihm übel sei und ich anhalten müsste. Noch bevor der Wagen stand, sind alle gleichzeitig herausgesprungen und in die Nacht verschwunden. Es war ganz offensichtlich abgesprochen“, meint der geprellte Taxifahrer. In den vergangenen drei Jahren erlebte der Lindhorster dreiste Betrügereien dieser Art insgesamt vier Mal.

Aus dem Taxi geflohen

 In Stadthagen, Haste und Bokeloh seien ihm die Gäste schon unvermittelt aus dem Taxi geflohen. Zwei stiegen unter dem Vorwand, Geld holen zu müssen aus, machten sich dann aber mit einem Sprung über die Hecke oder durch den Seitenausgang einer Bankfiliale aus dem Staub.

 Der Fahrer ist in jedem Fall aufgeschmissen, denn hinterherrennen sei zwecklos oder gefährlich. Auch bei der Polizei habe Geisler bisher nur ein „Was sollen wir denn jetzt machen?“ als Antwort bekommen.

 Polizeisprecher Axel Bergmann betont dagegen, dass es sich sehr wohl um eine Straftat handele, die auch als Anzeige aufgenommen werde. „Je nach Sachlage macht sich der Fahrgast des Erschleichens von Leistungen oder des Betruges schuldig und die Polizei muss ermitteln“, so Bergmann. Ohne konkrete Beschreibung des Täters oder genauere Hinweise auf dessen Wohnort seien die Chancen der Aufklärung aber tatsächlich sehr gering. Zum flächendeckenden Problem scheint sich die Masche nach Informationen der Stadthäger Taxiunternehmen noch nicht ausgewachsen zu haben. „So etwas kommt eher im Raum Hannover vor. Auf dem Land kennt man ja seine Fahrgäste“, erklärt Lothar Jäschke, der seit 36 Jahren seinen Service anbietet.

Mit List gegen Betrügereien

 Eine List hat sich Geisler schon überlegt, um weiteren Betrügern beizukommen: „Vielleicht halte ich zukünftig mit der Beifahrerseite neben einem Laternenpfahl, damit der Ausstieg etwas blockiert ist.“ Unter Generalverdacht stelle er seine Kunden aber nicht. „Vorkasse verlangen wir nur bei langen Fahrten nach Minden oder Hannover. Gerade am Wochenende, wenn feierlustige junge Leute einsteigen, wird gerne und viel um den Fahrpreis gefeilscht. „Die wollen dann beispielsweise keine 20 Euro insgesamt für die Heimfahrt hinlegen, lassen sich aber darauf ein, dass bei vier Leuten jeder fünf Euro zahlt“, sagt Geisler mit einem Lächeln.

 Auch unterwegs gehe das Fahrvergnügen gelegentlich auf Kosten des Fahrers. „Manche schmuggeln ihre Getränke unter der Jacke ins Taxi. Davon landet schon einmal die Hälfte auf dem Sitz“, ärgert sich Geisler. Diskussionen seien zwecklos, um das Saubermachen für den nächsten Fahrgast kommt der Fahrer nicht herum. Auch bei Personen auf der Rückbank, die außerhalb der Spiegelperspektive sitzen und sich nur in fremder Sprache unterhalten, habe Geisler mitunter ein mulmiges Gefühl. „Aber das Positive überwiegt. Ich habe Spaß mit den Gästen und unterhaltsame Gespräche.“ geb

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