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Endspurt in früherer Synagoge

Eröffnung des Stadthäger Gedenkortes für 2017 geplant Endspurt in früherer Synagoge

Die Umgestaltung der ehemaligen Synagoge steuert auf ihre letzte Phase zu. Ziel ist es, die Bauarbeiten noch in diesem Jahr zu beenden. Daran schließt sich die Installierung der Ausstattung an. Mit der Eröffnung des Gedenk-, Kultur- und Lernortes rechnet der Vorsitzende des Fördervereins ehemalige Synagoge, Bernd Hellmann, in der ersten Jahreshälfte 2017.

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Die Fördervereins-Verantwortlichen Bernd Hellmann (rechts) und Jürgen Lingner machen sich ein Bild vom Erdgeschoss der früheren Synagoge, das derzeit einer Baustelle gleicht. 

Quelle: ssr

Stadthagen. Und das liegt an Bauarbeiten in den kommenden Monaten noch an: Der Fußboden im Erdgeschoss wird nach Auskunft von Hellmann mit Heizung und Dämmung ausgestattet sowie mit Sandstein ausgekleidet. Die frühere Einrichtung der Synagoge wird darauf grafisch kenntlich gemacht. Die Treppe und die Eingangstür, beides Originale aus dem Synagogen-Baujahr 1858, werden derzeit sorgfältig saniert. Außerdem muss der gesamte Innenraum in Erd- und Obergeschoss noch verputzt werden.

Der Fußboden des Obergeschosses erhält laut Hellmann einen Holzbelag. An der Ostseite mit ihrem runden Fenster unter dem Giebel wird der Fußboden aus Glas gestaltet, um auch von unten den Blick auf das Rundfenster freizugeben. Zwischen Fußboden und Seitenwänden bleibt ein 80 Zentimeter breiter Spalt, damit die großen Fenster die beiden Geschosse optisch miteinander verbinden können.

Von außen erhalten die Fenster nach der Schilderung des Vereinsvorsitzenden eine normale Verglasung. Mit der Gestaltung der Innenseiten ist der Niedernwöhrener Künstler Frieder Korff beauftragt. Dieser wird den Glasscheiben eine abstrakte Gestaltung mit Motiven in Anlehnung an den Davidstern verleihen. Jedes Fenster erhält einen der farblichen Grundtöne, die sich im genannten Rundfenster an der Stirnseite des Gebäudes dann mischen.

Jürgen Lingner: Thema ist nicht nur Judenverfolgung

Nach den Worten von Vereinsvize Jürgen Lingner soll das Obergeschoss als Lernort ausgestattet werden. Hier entstehen 30 mit Tablets ausgerüstete Lernplätze. Auch ein Beamer ist vorgesehen. Genutzt werden soll der Lernort von Schulklassen, Konfirmanden- und Jugendgruppen sowie zur Lehrerfortbildung. „Thema soll hier nicht nur die Judenverfolgung in Schaumburg sein, sondern im weitesten Sinne alles, was mit Menschenrechten auch in der heutigen Zeit zu tun hat“, erläutert Lingner.

Das Erdgeschoss soll nach Darstellung des Vorsitzenden in erster Linie als Ausstellungsraum fungieren. Platziert werden dort eine Menorah, ein siebenarmiger Leuchter als einer der wichtigsten jüdischen Symbole, sowie eine in den USA erworbene alte Thora, die hebräische Bibel. Auf zwei großen Bannern soll die Geschichte der Juden in Stadthagen und in Schaumburg Darstellung finden. Dazu werden auch Fotos und Landkarten verwendet. Etliche Porträts von hiesigen Nazi-Opfern sollen auf kleineren Bannern gefertigt werden. Zudem werden mittels eines Beamers die Namen aller bekannten Schaumburger Nazi-Opfer mit weißer Schrift nacheinander auf eine schwarze Leinwand projiziert, untermalt von einer eigens dafür komponierten Musik.

Das Erdgeschoss soll aber nicht nur als Dauerausstellungsraum und für Führungen genutzt werden. Vielmehr sind hier unter anderem auch Gedenkveranstaltungen, Vorträge, Konzerte und spezielle themenbezogene Ausstellungen geplant. „Wir wollen die ehemalige Synagoge mit Leben füllen, das ist unser Hauptziel“, bringt Lingner auf den Punkt.

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