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Erdogan macht Schule

GEW-Gesprächsrunde Erdogan macht Schule

Die Veranstalter hatten sich dieses Mal vorbereitet. Nachdem sich bei der vergangenen Gesprächsrunde mit der geflüchteten Ex-Gewerkschafterin Sakine Esen Yilmaz in der Alten Polizei im Februar einige lautstarke Erdogan-Unterstützerinnen unter die Gäste gemischt hatten, habe man laut Süleman Ates Vorkehrungen getroffen.

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Das GEW-Team um Süleman Ates (links) und Friedrich Lenz unterstützt Sakine Yilmaz bei ihrem neuen Leben.

Quelle: crs

STADTHAGEN. So nahm diesmal ein eigener Ordner an der Veranstaltung teil, auch die Polizei war informiert worden und bereit, im Notfall einzugreifen. Dieses Mal lief die Gesprächsrunde jedoch ohne Störungen ab, alle Gruppen verhielten sich friedlich.

„Wir sind eigentlich bereit, mit jedem vernünftig zu reden. Aber das waren einfach nur Beleidigungen“, sagte Ates. Das Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fungierte sowohl als zweiter Gesprächspartner als auch als Dolmetscher für Yilmaz, deren Asylantrag mittlerweile angenommen wurde (in der Türkei drohen ihr 22 Jahre Haft).

Bis zum heutigen Tag habe sie rund 50 ähnliche Veranstaltungen absolviert. Ein zehnminütiger Film mit dem Titel „Die Reise der Sakine Yilmaz“ führte zunächst in die Hintergründe der ehemaligen Generalsekretärin der Lehrergewerkschaft Egitim Sen ein.

Geteilte Meinungen

Anschließend konnten die Besucher Fragen zur Situation in der Türkei stellen. Besonders die religionslastigen Umwälzungen im Schulsystem und die Lehrerentlassungen thematisierte Yilmaz. Sie und Ates beantworteten außerdem Fragen zur allgemeinen Lage der Türkei, etwa zu politischen Oppositionen und ergänzten einander bei ihren Ausführungen. Auch die türkischstämmigen Teilnehmer kamen zu Wort, schilderten ihre Erinnerungen an ihre Zeit in der Türkei und die Älteren erzählten von der Zeit vor Erdogan.

Die Meinungen der Anwesenden, was von Deutschland aus gegen die autoritäre Regierung getan werden könnte, waren geteilt: Während einige eine schärfere Verurteilung durch die Politik forderten, befanden andere, dass man den hiesigen Erdogan-Unterstützern nur in direkter Diskussion begegnen dürfe.

Ein Großteil war sich jedoch einig, dass man diese nicht ignorieren oder ausgrenzen sollte. Zudem dürfe man nicht durch Rücksichtnahme auf Minderheiten geblendet werden. Das Fazit der Runde: Radikale Ansichten sind nicht akzeptabel. Auch dann nicht, wenn sie von Migranten vertreten werden.

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