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Erinnerung an jüdische Sportler wecken

„Kicker – Kämpfer – Legenden, die Juden im deutschen Fußball“ Erinnerung an jüdische Sportler wecken

Das Herbstprogramm des Fördervereins ehemalige Synagoge Stadthagen ist von der Ausstellung „Kicker – Kämpfer – Legenden, die Juden im deutschen Fußball“ umrahmt worden, die jetzt im Forum der IGS Schaumburg gezeigt worden ist. Bekannte Sporthistoriker beleuchteten dabei verschiedene Aspekte des jüdischen Sports.

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Professor Manfred Lämmer referiert in der IGS Schaumburg.

Quelle: pr

STADTHAGEN. Die Ausstellung, die zur Fußball-WM 2006 vom Zentrum Judaicum in Berlin konzipiert wurde, erinnert an wichtige Persönlichkeiten, die die Geschichte des deutschen Fußballsports wesentlich geprägt haben. Dazu zählt etwa Walter Bensemann. Der Mitbegründer des DFB und Gründer der Zeitschrift „Der Kicker“ musste aufgrund seiner jüdischen Herkunft 1933 in die Schweiz flüchten, starb dort verarmt und geriet in Vergessenheit.

So haben viele deutsche Juden in unterschiedlichen Funktionen als Nationalspieler, Vereinspräsidenten oder Sportreporter die deutsche (Sport-)Geschichte mitgestaltet. Durch den Antisemitismus während der nationalsozialistischen Zeit ist der jüdische Teil allerdings aus dem kollektiven Gedächtnis eliminiert wurde. Die von der Evangelischen Versöhnungskirche zur Verfügung gestellte Ausstellung versucht, diesem Erinnerungsverlust entgegenzuwirken.

In der stimmungsvollen Eröffnungsveranstaltung, die von den Musikern Sven Schnee und Janes Burmester mit Klezmer-Klängen eingeleitet wurde, erläuterte der Hannoveraner Sporthistoriker Prof. Lorenz Peiffer das Thema der Ausstellung. So seien die meisten jüdischen Sportler bis 1933 in normalen Vereinen organisiert gewesen. Der Ausschluss der jüdischen Mitglieder sei ohne direkte Einflussnahme durch die Nazi-Regierung im vorauseilenden Gehorsam der Sportvereine vollzogen worden. Juden sei 1938 jegliche sportliche Betätigung von den Nazis untersagt worden.

Ein jüdischer Sportverband, der heute auch in Deutschland wieder aktiv ist, ist der Makkabi. Die deutsche Abteilung hat im vergangenen Jahr mit der Ausrichtung der Makkabiade, einer Art jüdischer Olympischer Spiele, auf sich aufmerksam gemacht. Prof. Manfred Lämmer, langjähriger Vizepräsident der Deutschen Olympischen Gesellschaft, ließ mit seinem Vortrag über die Tradition und die aktuellen Herausforderungen dieses Sportverbandes über 2000 Jahre jüdischer Geschichte aufleben – beginnend mit dem namengebenden Makkabäeraufstand im 2. Jahrhundert vor Christus bis zum zionistisch ausgerichteten Makkabi-Sportverband, der seine Mitglieder zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die Auswanderung nach Palästina „fit“ machen wollte.

Die Leistungen und der Beitrag des Sports seien auch im Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingsarbeit nicht hoch genug einzuschätzen, wie Schirmherr Dieter Fischer, Vorsitzender des Kreissportbundes, betonte. Insbesondere die Vermittlung von Werten wie Toleranz könne durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte deutlich gefördert werden. col

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