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„Erste Hilfe“ in Gleichstellungsfragen leisten

Stadthagen / Anja Beatrice Janßen „Erste Hilfe“ in Gleichstellungsfragen leisten

Seit März 2010 arbeitet die Sozialpädagogin Anja Beatrice Janßen als hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Stadthagen. „Nach einer groben Analyse weiß ich langsam, an welchen Ecken es klemmt. Jetzt kann ich mit der Umsetzung beginnen“, berichtet sie.

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Anja Beatrice Janßen steckt mittendrin in Analysen und Umsetzungsmöglichkeiten ihrer Ideen.

Quelle: kil

Stadthagen (kil). Bedingt durch die halbe Stelle und die umfangreiche Arbeit, dauerten gewisse Dinge einfach länger. Als Gleichstellungsbeauftragte sei man „für alles und nichts“ verantwortlich. Der Aufgabenbereich sei schwer greifbar. „Ungleichheiten lassen sich fast überall erkennen.“ Zu entscheiden, ob eine Thematik in ihre gesetzlich vorgeschriebene Zuständigkeit falle, sei manchmal schwierig zu entscheiden. Außer den klassischen Gleichstellungsthemen wie die Vereinbarung von Familie und Beruf – „ein Dauerbrenner“ – sei auch der soziale Faktor groß, wie zum Beispiel das Verlangen von Frauen mit Migrationshintergrund nach gesellschaftlicher Teilhabe.

Janßen bildet die Vermittlerin zwischen Verwaltung, Bürgern und Betrieben. Sie ist in beratender Form in Räten, Ausschüssen und Arbeitskreisen tätig und sieht sich selbst als „Allrounder.“ In vielen Konflikten leiste sie „Erste Hilfe“ und vermittele die Bürger dann an spezialisierte Ansprechpartner.

Ihre Verantwortlichkeit teilt sich dabei in Belange innerhalb und außerhalb der Stadtverwaltung auf. Der Anteil der Bürgerberatung sei im Vergleich größer als der der Mitarbeiter. „Eine feste Sprechstunde hat sich nicht bewehrt.“ Viele meldeten sich telefonisch. Schätzungsweise 20 Anfragen habe sie bisher bekommen, darunter zwei Männer. Zu den Hauptanliegen zählten außer Themen rund um Familienfreundlichkeit auch Aspekte wie Frauengesundheit. „Auf vieles kann man sich nicht vorbereiten und auch nicht sofort eine Lösung finden.“ Die Konflikte glichen oft einem „Wollknäuel“, das es langsam zu entwirren gelte, erklärt Janßen.

Innerhalb der Verwaltung ist sie in die Personalplanung involviert. So erstellt sie beispielsweise Arbeitszeitmodelle, die der Vereinbarung von Beruf und Kindern entgegen kommen, oder achtet bei Stellenausschreibungen darauf, das unterrepräsentierte Geschlecht stärker anzusprechen. Allgemein gehe der Trend noch immer dahin, dass Männer in der Praxis oft besser bezahlte Jobs ausübten. Bezüglich der Stadtverwaltung sei eine entsprechende Analyse noch in Arbeit.

Handlungsbedarf sieht sie unter anderem in der Schaffung von bezahlbarem, zentralem Wohnraum für Senioren sowie in der Stärkung der Bildungsgleichheit von Kindern.

Was bedeutet Gleichstellungsbeauftragte?
Rechte und Pflichten von kommunalen Gleichstellungsbeauftragten – früher Frauenbeauftragten – sind in die Niedersächsischen Gemeindeordnung festgelegt. Die Stelle darf nicht mit einem Mann besetzt werden. Ziel ist es, zur Verwirklichung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen beizutragen. Sie sind dem Bürgermeister unterstellt und sollen an allen gleichstellungsrelevanten Vorhaben und Entscheidungen, beteiligt sein.

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