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00:16 04.02.2016
Es ist bereits einiges geschafft: Vereinsvorsitzender Bernd Hellmann (links) und Dieter Esse vor der ehemaligen Synagoge.  rg
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Stadthagen

Die ersten Arbeiten haben die ehrenamtlichen Mitglieder des Fördervereins der ehemaligen Synagoge selbst übernommen. Im Februar 2015 trugen sie den Putz von den Außenwänden ab. Seitdem ist einiges passiert.

Der historische Backsteinbau, der sich im Hinterhof der Niedernstraße 19 befindet, verändert sich immer mehr. Drei Wände sind verputzt, das Dach gedämmt und mit neuen Ziegeln gedeckt worden. Durch den neuen Putz sei eine bessere Diffusion der Feuchtigkeit möglich, sagt Vereinsmitglied Dieter Esse. „An der Ostseite wurde das runde Fenster wieder freigelegt“, erklärt Bernd Hellmann. Der Vorsitzende des Vereins erzählt, dass auch die alte Form der übrigen Fenster wieder hergestellt wird.

Der Bogen über dem Eingang war wie das Rundfenster zugemauert und wurde ebenfalls freigelegt. Die Tür wird derzeit erneuert. Wie die historische Treppe im Vorraum, bei der ebenfalls noch Restaurierungsarbeiten anstehen, war die Tür Teil des ursprünglichen Gebäudes.

Auch im Inneren waren die Mitglieder fleißig. So wurde der Boden der ehemaligen Synagoge 50 Zentimeter tief ausgeschachtet. Nach Worten Hellmanns soll eine Fußbodenheizung und eine Wandheizung im Obergeschoss eingebaut werden. „Früher wurde hier nicht geheizt und es gab auch keinen Strom“, sagt er.

Damit die hohen Fensteröffnungen auch von innen würdig in Erscheinung treten, hat die Bauplanung etwas Besonderes vorgesehen: Im Obergeschoss, das als Lernort dienen soll, befindet sich eine 80 Zentimeter breite Spalte entlang der Wand. „So sind die Fenster durchgehend erkennbar.“ Aus Sicherheitsgründen wird ein Geländer angebracht und an einigen Stellen ein Glasbereich installiert.

Die Tür im Obergeschoss ist neu, ebenso wie die Feuertreppe. Beides musste aus Sicherheitsgründen eingebaut werden. „Wir brauchten einen zweiten Fluchtweg, da die historische Treppe sehr schmal ist“, erklärt Hellmann.

Der Kostenrahmen für die Baumaßnahmen beläuft sich nach Auskunft Hellmanns auf rund 475.000 Euro, die sich im Wesentlichen aus Spenden finanzieren. Dafür ist Hellmann besonders dankbar. „Das Ambiente im Innenhof soll auch noch eine schöne Gestaltung bekommen“, sagt der Vorsitzende. „Das kommt aber ganz zum Schluss.“ Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Bezüglich der Nutzungsmöglichkeiten hat der Verein schon erste Planungen. Der Gedenkraum im Erdgeschoss soll nicht nur Dauerpräsentationen enthalten. Der zugemauerte Toraschrein an der Südseite wurde im Zuge der Bauarbeiten freigelegt und wird wieder als Aufbewahrungsort - in Form eines Glasschrankes - für die Torarollen dienen. Allerdings soll der Raum kein Museum werden, betont Hellmann. Derzeit arbeite der Verein an einem Konzept, in dem auch Lesungen und Konzerte im Gedenkraum vorgesehen sind.

Das Obergeschoss sei als Lernstätte für die weiterführenden Schulen in und um den Landkreis angedacht. Ausgestattet mit WLAN und Tablets soll der Unterricht mit moderner Technik gestaltet werden. „Wir rechnen mit einer Schulbelegung zwischen 80 und 100 Tagen pro Jahr.“ vr

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