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Stadthagen / Beatles-Stammtisch

Es muss nicht immer Liverpool sein


Richtige Pilzköpfe hat man am Wochenende beim norddeutschen Beatles-Stammtischtreffen in Stadthagen vergebens gesucht – so weit geht die Liebe zur Musik dann doch nicht. T-Shirts mit den Konterfeis der Idole waren hingegen keine Seltenheit, ebenso wenig wie die Klänge alter Hits der Band, die alle 30 Teilnehmer auf den Abend einstimmten.

Ein Konzert mit Beatles-Coversänger Johnny Silver im eigenen Wohnzimmer – da geht den eingefleischten Fans das Herz auf.

© par

Stadthagen (par). Wolfgang und Andrea Bönisch, seit Jahren eingefleischte Fans der englischen Legenden, hatten die Mitglieder der Stammtische aus Hannover, Flensburg und Berlin zu sich nach Hause eingeladen. Der niedersächsische Ableger wurde erst vor sieben Monaten ins Leben gerufen – an das Knüpfen von Kontakten zu Gleichgesinnten sind deshalb alle stark interessiert.

„Die Leute sind phantastisch, und die Stimmung ist einfach grandios“, erklärte der Organisator zufrieden, der seine Entscheidung, teilweise fremde Leute zu sich nach Hause einzuladen, keine Sekunde bereute. Connie Hennig, Mitgründerin des Berliner Stammtisches, brachte es auf den Punkt. „Wir sind alle eine große Familie. Ich finde es faszinierend, wie eine gemeinsame Leidenschaft die Menschen so sehr verbinden kann“, sagte sie.
Während der ersten norddeutschen Zusammenkunft kamen alle Teilnehmer voll auf ihre Kosten. Neben dem Hören von alten Platten, dem Anschauen von Bildern und den Fachsimpeleien an allen Ecken war besonders der Auftritt von Johnny Silver, Frontmann der Coverband „Silver Beatles“, ein echter Höhepunkt. Das besondere Flair, in einem Wohnzimmer zu den beliebten Klassikern der Pilzköpfe so richtig abzurocken, gefiel den Besuchern, die dafür gerne die langen Anfahrtswege von der dänischen und polnischen Grenze in Kauf nahmen.

Auf die Frage, was an der Musik einer Band, die seit mehreren Jahrzehnten gar nicht mehr existiert, derart faszinierend sei, dass noch immer Millionen von Menschen weltweit ihrem Charme erliegen, waren sich nahezu alle Teilnehmer einig. „Die Songs sind einfach zeitlos und treffen noch immer den Nerv von Jung und Alt“, merkte Bönisch an. Dass seine Aussage dem Altersdurchschnitt des Treffens, das gut und gerne 40 Jahre betrug, widersprach, räumte er ein. „Innerhalb der Stammtische fehlt es an Nachwuchs, das ist keine Frage. Dennoch kenne ich viele junge Menschen, die sich für die Beatles begeistern.“

Neben Livemusik von Johnny Silver und einem Essen in geselliger Runde durfte auch eine Versteigerungsaktion nicht fehlen. Die Liebhaber hatten für den Abend besondere Stücke zusammengestellt, die meistbietend versteigert wurden. Die Einnahmen von 172 Euro sollen der HAZ-Weihnachtshilfe zugute kommen.

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