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„Es tut sich nichts“ ist ein Mythos

In Stadthagen wird gebaut „Es tut sich nichts“ ist ein Mythos

Der bundesweite Trend, nach dem es immer mehr Menschen vom Umland in die Städte zieht, ist auch in Stadthagen spürbar. Das sagt Bauamtsleiter Gerd Hegemann. "Es gibt eine große Nachfrage nach Wohn- und Baugrundstücken." Aktuell werden 240 zusätzliche Wohneinheiten in der Stadt geschaffen.

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Entlang der Straße St. Annen wird derzeit ordentlich gebaggert und gewerkelt. 

Quelle: rg

Stadthagen. Das wachsende Interesse werde auch in Gesprächen mit Maklern und Wohngesellschaften deutlich, ergänzt der Bauamtsleiter.  Die Wohneinheiten befinden sich entweder schon im Bau oder die Bauleitplanungen laufen. Hegemann will dem verbreiteten Mythos, dass sich in Stadthagen bautechnisch wenig tue, mit Zahlen des Statistischen Bundesamtes begegnen. „Die besagen eindeutig, dass wir in den letzten vier Jahren eine höhere Bautätigkeit hatten als etwa Rinteln oder Bückeburg.“ Pro 1000 Einwohner seien 1,1 Wohnungen fertiggestellt worden (Rinteln: 0,6; Bückeburg: 1,0).

In der Kernstadt gibt es (Stand: August 2016) 88 Bauplätze, „von denen allerdings nur 41 verfügbar sind. Heißt: Dort sind alle Rahmenbedingungen geschaffen, damit gebaut werden kann und die Eigentümer wollen dort auch bauen lassen. In den Ortsteilen sind von den 164 Grundstücken 64 verfügbar, gut die Hälfte davon in Wendthagen.

„Dort hat in der Vergangenheit viel Bauleitplanung stattgefunden, aber die Bautätigkeit stagniert“, so Hegemann. Während die Zahl in der Kernstadt von 108 auf 41 gesunken ist, ist sie in den Ortsteilen nur leicht von 77 auf 64 gefallen (2011 bis 2016). Für Hegemann steht fest: „Es gibt eine ganz klare Präferenz für die Kernstadt.“

Wenn der Bauamtsleiter alle Bauanträge, die seit 2015 genehmigt wurden, sowie sonstige aktuelle Projekte zusammenzählt, kommt er auf 240 Wohneinheiten, „wobei sich die Mehrheit auf Ein- und Zweifamilienhäuser konzentriert“.

Aber es gibt auch einige größere Vorhaben:
In der Seilerstraße entstehen derzeit neun Wohneinheiten. „Das Vorhaben befindet sich im Endspurt“, weiß Hegemann.
In der Vornhäger Straße sind die sechs Wohneinheiten so gut wie fertig.
Die Paritätische Lebenshilfe Schaumburg Weserbergland baut an der Enzer Straße zehn Wohneinheiten, „die so gut wie fertig sind“, wie der Bauamtsleiter sagt.
15 Wohneinheiten sind an der Oberen Wallstraße beantragt.

Demnächst soll der Bau von 17 Wohnungen an der Straße am Krankenhaus beginnen. Auf Basis des bestehenden Bebauungsplanes könnten um das bestehende Krankenhaus herum weitere 50 Wohnungen entstehen. „Dort gibt es viele Grünflächen und der aktuelle Hubschrauberlandeplatz wird nach der Schließung ja auch nicht mehr benötigt.“

Zwei Vorhaben an der Echternstraße

Die Genehmigung für 13 Wohneinheiten an der Bahnhofstraße ist nach Worten Hegemanns so gut wie erteilt. Dort soll endlich ein Schandfleck behoben werden. Das runtergekommene und seit Jahrzehnten leer stehende Bahnhofshotel wird umgebaut und ein Anbau soll entstehen.
An der Echternstraße sind gleich zwei Vorhaben in Vorbereitung: die Restaurierung eines jahrzehntelangen Leerstands sowie der Abbruch und Neubau eines älteren Hauses. Zusammen ergebe das acht Wohnungen. Für die Restaurierung hat der Eigentümer bei der Stadt Fördermittel im Rahmen des Programms städtebauliche Denkmalschutz beantragt.

Diese sollen auch in das Projekt „Wohnen am Nordwall“ fließen, wo an der Krummen Straße 17 Wohneinheiten entstehen sollen. Die Pläne, die aus einem städtebaulichen Wettbewerb hervorgegangen sind, liegen bereits vor. Der Bauantrag ist noch nicht eingereicht worden. Abstimmungsgespräche habe es, so Hegemann, zwischen dem Siegerbüro und der Kreiswohnbaugesellschaft, die sich die Stadt als Projektträger wünscht, gegeben. Schließlich sollten marktgerechte Mietpreise erreicht werden.

Potenzial für 50 Wohnungen

Eine neue Bauleitplanung für das Areal „Südlich des Tulpenweges“ hat begonnen, das vom zwei Millionen Euro teuren Sanierungsprogramm „Stadtumbau West“ gefördert wird. Die neue Erschließung im Nordteil würde Raum für etwa 20 Wohneinheiten bieten. „An der Lauenhäger Straße könnte ein größerer Bau entstehen, im Inneren Ein- und Zweifamilienhäuser“, so Hegemann. Im südlichen Bereich an der Vornhäger Straße gebe es Potenzial für 50 Wohnungen. Laut Hegemann wäre eine Realisierung ab 2018 „vorstellbar“.

Im Planungs- und Bauausschuss soll am morgigen Donnerstag der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 101 „An der Sandkuhle II“ gefasst werden. Dort sollen 45 Bauplätze entwickelt werden, die Hälfte für Ein-, die andere Hälfte für Zweifamilienhäuser, sodass rund 70 Wohneinheiten entstehen.

Zwar kein privater Wohnungsbau, aber dennoch für die Stadt wichtig, weil wieder ein Leerstand beseitigt wird, ist laut Hegemann das geplante Facharztzentrum an der Bahnhofstraße. col

Bevölkerungsentwicklung

Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigten, so Bauamtsleiter Gerd Hegemann, dass der Bevölkerungsrückgang, der Stadthagen seit den neunziger Jahren zu spüren war, gestoppt werden konnte. Vor rund zehn Jahren lebten noch 23 181 Menschen in Stadthagen. Nachdem sich die Zahlen um 2010 stabilisiert hatten, gibt es seit 2013 (weniger als 22 000) eine Zunahme auf mehr als 22 500 Personen, „die gespeist ist durch Zuwanderung“, wie Bauamtsleiter Gerd Hegemann erklärt. Pro 1000 Bürger wurden von 2011 bis 2014 6,6 Zuwanderer verzeichnet. In Bückeburg sind es nur 1,6, in Rinteln 1,5. Auf die hohe Zuwanderung sei vonseiten der Verwaltung auch im vergangenen Jahr durch den Geschosswohnungsbau in Altstadtnähe reagiert worden.  col

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