Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Ex-Kindersoldat erzählt in der IGS

Stadthagen Ex-Kindersoldat erzählt in der IGS

Junior Nzita war zwölf Jahre alt, als eine Gruppe Rebellen ihn aus dem Schlafsaal seines Internates entführte. 20 Jahre später hat Nzita den Schülern der IGS Schaumburg von seinem Schicksal als Kindersoldat im kongolesischen Bürgerkrieg berichtet. Und mit drastischen Worten an die Jugendlichen appelliert, sich für Frieden, Gewaltfreiheit und Chancengleichheit für alle Kinder auf der Welt einzusetzen.

Voriger Artikel
Gastronomen kämpfen ums Überleben
Nächster Artikel
Kammermusikabend am Ratsgymnasium

Junior Nzita appelliert eindringlich an seiner Zuhörer, sich für Gewaltfreiheit einzusetzen. Das Foto im Hintergrund zeigt ihn als zwölfjährigen Kindersoldat.

Quelle: kcg

Stadthagen. „Ich bin hier, um euch an der Gewalterfahrung teilhaben zu lassen, die ich habe erleben müssen“, erklärte Nzita zu Beginn seines Vortrages. Denn während für die in Deutschland aufgewachsenen Jugendlichen Krieg nur ein Ereignis aus der Geschichte ist, habe der 31-Jährige den Krieg und damit exzessive Gewalt am eigenen Leib durchgemacht.

Zehn Jahre als Kindersoldat: Seine Erfahrungen hat Nzita in einem Buch niedergeschrieben. Auszüge daraus stellt er während einer Vortragsreise durch Norddeutschland vor, die vom deutschen Zweig des internationalen Versöhnungsbundes organisiert wird. Erste Station der Tour ist die IGS-Oberstufe an der Schulstraße gewesen.

Kinder seien billige Streitkräfte und leicht zu manipulieren. „Sie dienen als Kanonenfutter“, schilderte der Kongolese und sprach mit den erschütterten Schülern nicht nur über seinen von Mord, Folter und Angst dominierten Alltag in der Armee, sondern auch über die Faktoren, die Kriege in Afrika begünstigen: Waffenexporte aus der westlichen Welt, das Interesse multinationaler Konzerne an Bodenschätzen wie Coltan.

Nzita hat den Bürgerkrieg im Kongo überlebt. Nach seiner Befreiung im Jahr 2006 beendete er seine Schulausbildung und gründete die Organisation „Paix pour l’enfance“, die Kriegswaisen und ehemaligen Kindersoldaten ein neues Zuhause gibt. „Mir hat man eine Waffe in die Hand gedrückt, ich gebe den Kindern Schulmaterialien“, macht der 31-Jährige klar. Seine Mission sei es nun, „eine bessere Welt für Kinder zu schaffen“. Dieses Anliegen machte er im März auch als UN-Botschafter vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen deutlich. kcg

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg