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Extrem abgespeckter Auftrag

„Wahnsinnig kostenintensiv“ Extrem abgespeckter Auftrag

Nur in extrem abgespeckter Form hat der Planungs- und Bauausschuss des Rates der Stadt Stadthagen einen Antrag der Ampel-Mehrheitsgruppe zur Entwicklung des Georgschacht-Areals empfohlen. Die Umsetzung aller in der Antragsbegründung genannten Punkte würde „ganz enorme Summen Geld kosten“, sagte Bauamtsleiter Gerd Hegemann.

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Quelle: Symbolfoto (dpa)

STADTHAGEN. Wie berichtet wollte die SPD/Grüne/FDP-Gruppe, dass die Verwaltung beauftragt wird, „ein Konzept für den Georgschacht als außerschulischen Lern- und universitären wie auch betrieblichen Feldforschungsstandort für Industriegeschichte und Energiegewinnung zu entwerfen und das Areal mit seiner historischen Bedeutung für die Stadt in die Planungen für das Stadtjubiläum 2022 aufzunehmen“.

Umgestaltung zu einem Lernort

In der zwei Seiten umfassenden Begründung des Antrags heißt es unter anderem, es gelte, die vorhandenen Spuren des Bergbaus zu einem vielfältigen Lernort umzugestalten. Zudem wird vorgeschlagen, die seit einiger Zeit diskutierte Idee einer Nutzung der Halde zur Energieerzeugung (Solarpark) sowie touristische Ziele (etwa eine Aussichtsplattform in Form einer „Haldenplaza“) müssten mit dem Lernstandort in einem Konzept verknüpft werden. Das alles könne in das Stadtjubiläum 2022 einfließen.

Die Umsetzung aller in der Antragsbegründung genannten Punkte würde „ganz enorme Summen Geld kosten“, gab Bauamtsleiter Gerd Hegemann zu bedenken. Zudem seien am Georgschacht „sehr komplizierte Eigentumsverhältnisse“ vorhanden, die es dabei zu koordinieren gäbe. Allein schon die Erstellung des geforderten Konzeptes wäre laut Hegemann „eine echte Herausforderung“, die in der Verwaltung einen erheblichen Aufwand auslösen würde, der nur von mehreren Fachbereichen zusammen geleistet werden könnte.

CDU spricht sich dagegen aus

„Wahnsinnig kostenintensiv“ wäre die Umsetzung der Pläne auch aus Sicht der CDU, wie Fraktionschef Heiko Tadge anmerkte. Aspekte wie beispielsweise ein kleines Museum oder der Erhalt sanierter historischer Gebäude würden neben hohen Investitionen laufende Kosten verursachen, die dem knappen städtischen Haushalt nicht aufgebürdet werden könnten. Mit Blick auf das Schicksal des „Jahrtausendblicks“ in Steinbergen müsse man bei der vorgeschlagenen Aussichtsplattform auf der Georgschacht-Halde „ein wirtschaftliches Desaster befürchten“. Aufgrund dieser Feststellungen, so Tadge, werde die CDU dem von der Ampel beantragten weitgehenden Auftrag zur Konzepterstellung nicht zustimmen.

Nach kurzer Debatte einigte sich der Fachausschuss einmütig auf einen deutlich zurückhaltenderen Auftrag an die Verwaltung. Demnach empfiehlt der Planungs- und Bauausschuss erstens, die Verwaltung zu beauftragen, „ein selbsttragendes Projekt Photovoltaik auf der Halde zu begleiten“. Zweitens soll die Verwaltung beauftragt werden, „die Fördermöglichkeiten in Bezug auf den vorliegenden Antrag zu eruieren“. Die Erstellung eines Konzeptes selber wird nicht mehr erwähnt.

„Wir haben einen Anfang mit Blick auf die Entwicklung dieses hohen kulturellen Gutes Georgschacht gefunden“, zeigte sich Ausschussvorsitzende Ute Hartmann-Höhnke (SPD) gleichwohl zufrieden.

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Die SPD/Grüne/FDP-Mehrheitsgruppe im Rat will die Stadtverwaltung beauftragen, das Areal Georgschacht in die Planungen für das 800-jährige Stadtjubiläum 2022 aufzunehmen. Zudem soll ein Konzept für den Georgschacht als außerschulischer Lern- und universitärer Forschungsort für Industriegeschichte und Energiegewinnung erarbeitet werden.

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