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Extremsportler Lars Heurich startet beim Mauerweglauf in Berlin

So weit die Füße tragen Extremsportler Lars Heurich startet beim Mauerweglauf in Berlin

Mal just die Innenstadt auf dem Wall umrunden oder das Steinhuder Meer umlaufen – das lässt sich nicht vergleichen mit dem Mauerweglauf am 15. und 16. August in Berlin. 30 Stunden muss man einplanen, wen man entlang des früheren Patrouillenwegs der DDR-Grenztruppen rund um das westliche Berlin laufen will. Dem Ultramarathon von  160 Kilometern Länge stellt sich der Stadthäger Lars Heurich.

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Lars Heurich beim Zieleinlauf

Quelle: pr.

Stadthagen (sk). Beim New York Marathon gehen 50 000 Läufer auf die Strecke, in Hamburg starten mehr als 20 000 auf der normalen Marathondistanz von 42,195 Kilometern. Aber beim Ultramarathon wird die Lüft dünn. Für den Mauerlauf haben sich aus der ganzen Welt just mal 650 Teilnehmer gemeldet. Lars Heurich ist dabei.
Langstrecke ist sein Ding. „Ich habe die Genetik dafür. Schon in der Schule haben mir die 1000 Meter mehr gelegen als der Sprint“, erklärt der Stadthäger, der beruflich oft den Boden unter den Füßen verliert. Lars Heurich ist Co-Pilot bei der Lufthansa. Nach seinem Abitur am Ratsgymnasium ging er zur Bundeswehr, war bei der Luftwaffe stationiert und schloss eine Ausbildung zum Triebwerksmechaniker bei MTU Aero Engines an. Dann zog es ihn endgültig in die Luft. Heurich absolvierte eine Pilotenausbildung. Heute ist er in Frankfurt stationiert und innerhalb Europas unterwegs, fliegt außerdem nach Russland, in den Nahen Osten und nach Nordafrika.
Die Laufschuhe sind immer dabei. So kann er trainieren, wenn er zwischen zwei Flügen zwölf Stunden pausieren muss, manchmal sind es auch 36. Da bleibt Zeit, ein bisschen Land und Leute kennenzulernen oder eben eine tolle Laufstrecke auszukundschaften, gerne durch den Hidepark in London oder entlang der Seepromenade in Barcelona.
Einen Trainer benötigt der Stadthäger nicht, sagt: „Ich folge meinem eigenen Trainings-programm.“ Und unterwegs auf mehr als 100 Kilometern, woran denkt Lars Heurich auf der unvorstellbar langen Strecke? „Es ist schön, an nichts zu denken, nur Zeit für sich zu haben. Es hat etwas Meditatives.“ Sein Ziel ist es, den Mauerweglauf bis zum Ende zu absolvieren. Die Zeitvorgabe beträgt 30 Stunden, und das stuft der Pilot für sich als „realistisch“ ein. Auf jeden Fall ist Heurich, für den Schaumburg nicht nur geografisch Heimat bedeutet und der sich just in Stadthagen ein Grundstück mit Haus und Teich gekauft hat, in Berlin nicht ohne seelischen Beistand. „Freunde und Bekannte kommen mit“, freut sich der 36-Jährige.
Den Stadthäger erfüllt mit Blick auf den 15. und 16. August eine weitere Freude, eine große Motivation. Lars Heurich läuft für den guten Zweck. Sein Marathon ist ein Spendenlauf. Der Pilot will 15 bis 20 jungen Menschen in Ghana zu einer eigenen wirtschaftlichen Existenz verhelfen, und zwar über das Help-Alliance-Projekt Sabab Lou. Die Institution gewährt den jungen Leuten Kleinkredite aus einem Fonds. Der Stadthäger hofft, dass durch seinen Lauf in Berlin 20 000 Euro für den Darlehensfond zusammenkommen. (www.helpalliance.org/larslaeuft/).
Nicht zum ersten Mal ist Heurich für ein Help-Alliance-Projekt unterwegs. Im Novem-ber 2013 lief der 36-Jährige den Ultraman auf Hawaii zugunsten einer Maßnahme in Gambia. Mehr als 40 000 Euro kamen für eine dringend benötigte solar betriebene Bewässerungsanlage zusammen.
Heurich sieht auch seinen bevorstehenden Lauf als „einen Beitrag zur Lösung der Flüchtlingsproblematik.“ Er möchte „Menschen vor Ort eine Perspektive geben, Leute vor Ort glücklich machen, damit sie gar nicht auf die Idee kommen müssen, sich in eine Nussschale zu setzen.“

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