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Stadthagen Stadt FC wirft Verwaltung Hinhalte-Taktik vor
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt FC wirft Verwaltung Hinhalte-Taktik vor
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17:01 05.02.2018
Seit vier Jahren wartet der FC Stadthagen mittlerweile auf einen Kunstrasenplatz. Quelle: Archiv
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Stadthagen

Lange Zeit war nach der Zustimmung 2015 nichts passiert, bis ein Gespräch zwischen Bürgermeister Oliver Theiß und FC-Vertretern im August 2017 einen Fortschritt vermuten ließ. Sollte das Budget reichen, sei die Stadt mit dem Bau eines Kunstrasenplatzes einverstanden, hatte Theiß damals erklärt.

Diese Aussage erstaunt jedoch angesichts der offenbar verschiedenen Ausgangsvoraussetzungen, von denen Stadt und Verein ausgehen. Denn wie Theiß jetzt im SN-Gespräch erklärte, sei die damals im Haushalt eingestellte Summe von 285.000 Euro inklusive 30 Prozent aus Fördermitteln (85.500 Euro) und Eigenleistung des FC (57.000 Euro) zu verstehen. Dieses ergebe sich aus den „Richtlinien zur Förderung des Sportstättenbaus“.

Eine Aussage, über die der ehemalige FC-Vorsitzende Carsten Meier, der das Projekt damals angeschoben hat und heute noch begleitet, nur den Kopf schütteln kann. Dies sei niemals so kommuniziert worden und angesichts der geplanten Kosten für einen Kunstrasenplatz in Höhe von circa 450.000 Euro auch nicht nachvollziehbar. Diese Summe würde laut Rechnung der Stadt gerade einmal für den Hybridplatz reichen. Die Frage ist nun, wieso diese Diskrepanz in keinem der vorherigen Gespräche je aufgefallen ist.

Boden nicht belastet

Aber nicht nur daran entbrennt der Streit und führt beim FC zu der Auffassung, dass die Stadt sie hinhalten wolle. Als Beispiel gibt Meier die fehlende schriftliche Bestätigung der Stadt an, dass die Tenne auf dem Platz unbelastet ist. Wie die Stadt mitteilt, soll jetzt eine Untersuchung des Bodens erfolgen. Diese Aussage erstaunt wiederum den Verein, sei doch schon im November 2017 mitgeteilt worden, dass der Boden nicht belastet sei.

Zumindest sei ihm dies von Iris Freimann, Fachbereichsleiterin Bürgerdienste, am Rande einer Sportausschusssitzung mitgeteilt worden, erklärt Meier. Umso verblüffter sei er nun von der Aussage der Stadt. Nicht nur er, auch der aktuelle Vereinschef Dietmar Meier-Brahm sei mehrmals bei der Verwaltung vorstellig geworden mit der Bitte, das Untersuchungsergebnis schriftlich zu bekommen. Dies sei immer zugesagt worden – passiert sei jedoch nichts.

   Wie Theiß nun erklärt, habe es diese Aussage Freimanns tatsächlich gegeben. Die Information habe von einer Verwaltungsmitarbeiterin gestammt, die mittlerweile nicht mehr bei der Stadt beschäftigt sei, „und wir haben leider nichts Schriftliches“. Dies sei erst im Januar festgestellt worden. Deswegen müsse nun doch eine Bodenprobe erfolgen, die Kosten von maximal 3000 Euro trage die Stadt.

Verschwundene Papiere werfen Verein um Monate zurück

Ob diese allerdings tatsächlich in Auftrag gegeben wird, steht indes noch nicht fest. Nach der SN-Anfrage versprach der Bürgermeister, schnellstmöglich mit dem FC zusammenzukommen. Bereits am Dienstag, 6. Februar, ist das Treffen anberaumt, bei dem Theiß unter anderem klären will, ob die Bodenuntersuchung überhaupt nötig ist: „Wenn wir sehen, dass das Budget für den Kunstrasenplatz nicht reicht, brauchen wir das Geld für die Probe auch nicht auszugeben.“

Eine Aussage, die die Lust Meiers zu dem Gespräch mit dem Bürgermeister schon wieder vergehen lässt, wie er im Gespräch mit den SN deutlich macht. Wie eine Verwaltung so arbeiten könne, wundert sich Meier über die verschwundenen Papiere.

Das Fehlen dieser habe den Verein wieder um Monate zurückgeworfen. Denn um ein Angebot von einer Firma für den Bau des Platzes einzuholen – dazu hatte sich der FC bereit erklärt – müsse das Ergebnis der Bodenprobe zwingend vorliegen. Eigentlich hatte der FC gehofft, bereits bis Ende 2017 die Planungen für den Platz – also die Zusage einer Förderung und die Beauftragung der Firmen – abgeschlossen zu haben. col

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