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FDP-Spaziergang: Pflege in Stadthagen

Aus der Traum von der Fachhochschule FDP-Spaziergang: Pflege in Stadthagen

Bei ihrem Pflegespaziergang hat die FDP die Möglichkeit ausgelotet, eine Fachhochschule Pflege in Stadthagen ins Leben zu rufen.

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Edith Seddig (links) führt die FDP-Mitglieder durch den Garten des Rosenhofes.

Quelle: ber

Stadthagen. „Nach dem Abitur verlassen uns die jungen Leute, weil sie hier keine Perspektive haben. Eine Fachhochschule wäre eine Möglichkeit, das Ausbildungsspektrum in Stadthagen zu erweitern“, meinte Eckhard David. Am Ende des Pflegespaziergangs mit den Stationen Arbeiterwohlfahrt (Awo), Paritätische Lebenshilfe Schaumburg Weserbergland (PLSW) und Rosenhof Seniorensitz folgte jedoch Ernüchterung.

FH-Pflege: Awo-Kreisvorsitzender Heinz-Gerhard Schöttelndreier verdeutlichte die Position seines Verbandes: „Wir fordern schon seit Jahren eine höhere Anerkennung aller Sozialberufe.“ Eine höhere Vergütung sei abhängig von der Qualifizierung, daher sei die Idee einer FH-Pflege durchaus richtig. Aber: „Mit unserem jetzigen System können wir das nicht finanzieren.“ Notwendig sei eine umfassende Pflegereform.

PLSW-Geschäftsführer Bernd Hermeling bezweifelte, dass es genügend Interessenten an einem Pflegestudium in Stadthagen gebe. Dem pflichtete auch Anne-Maria Hegemann, Leiterin der Berufsfachschule Altenpflege, bei: „Der Gesundheitscampus in Bochum läuft auch nicht. Es gibt keinen Markt für akademisch ausgebildete Pflegekräfte.“

Die Leiterin des Rosenhofes betonte, ein Heim könne es sich nicht leisten, neben der Leiterin eine weitere Person zu beschäftigen, die nur im Büro sitzt.

Fachkräftemangel: Bevor man an die Akademisierung der Pflege denke, müsse das drängendste Problem gelöst werden, forderte Sabine Blindow: „Unser Problem ist nicht der Überbau. Unser Problem ist der Mangel an Pflegekräften. Letztendlich brauchen wir Leute, die am Bett stehen und tun – und nicht welche, die sich über Konzepte Gedanken machen.“

Drastische Worte fand Hegemann: „Wer geht schon freiwillig in die Pflege? Die Arbeitsbedingungen sind gruselig und die Bezahlung ist seit Jahren rückläufig.“ Vor diesem Hintergrund sei der Mangel an Fachkräften kein Wunder. „Pflegekräfte, die aus Spanien nach Deutschland kommen, sind entsetzt über die Arbeitsbedingungen hier.“

Nach Angaben von Seddig sei der Personalschlüssel, nachdem 50 Prozent Fachkräfte und 50 Prozent Hilfskräfte in einer stationären Einrichtung arbeiten müssen, schon heute kaum zu erfüllen.

Pflegeplätze: Sozialamtsleiter Klaus Böhm betonte, dass es in Schaumburg keinen Mangel an stationären Pflegeplätzen gebe. Die Auslastung der Heime liege zwischen 80 und 85 Prozent. „Jeder, der einen Platz benötigt, bekommt auch einen.“ Einen Mangel gebe es allerdings an Plätzen in der Kurzzeitpflege, so Schöttelndreier. „Die Anmeldefristen sind sehr lang.“

Diese Einschätzung wollte Seddig nur bedingt stehen lassen. „Das liegt daran, dass alle in den Sommerferien einen Platz suchen.“ Außerdem sei der Anspruch häufig sehr hoch. „Es soll dann oft ein großes Einzelzimmer mit Südbalkon sein.“ Eine solitäre Kurzzeitpflege zu betreiben, würde sie niemandem raten, so Seddig. „Sie erreichen nie die Auslastung. Im Sommer ist das Heim voll, im Winter leer.“ Hinzu komme der enorme Aufwand bei der Aufnahme.

„Das ist nicht damit getan, das Zimmer herzurichten. Die Daten müssen gepflegt werden, die Krankheitsgeschichte, der Medikamentenplan, und es muss ein Notfallangehöriger ermittelt werden.“ ber

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