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Stadthagen Stadt Fadi S. von zwei Tätern umgebracht?
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Fadi S. von zwei Tätern umgebracht?
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18:05 31.07.2018
Stadthagen/Hille

Jörg W. ist außerdem dringend tatverdächtig, seinen 71-jährigen Nachbarn Gerd F. sowie den 64-jährigen Hilfsarbeiter Jochen K. ermordet und auf seinem Grundstück vergraben zu haben. Zu diesen Vorwürfen schweigt der ehemalige Fremdenlegionär, während er den Mord an dem jungen Familienvater mit libanesischen Wurzeln zugegeben hat. Er soll den Stadthäger im März mit einem Hammer erschlagen und in der Scheune seines Nachbarn versteckt haben. Die beiden Männer standen in einem geschäftlichen Verhältnis zueinander. Möglicherweise waren sie in Streit geraten, da Fadi S. Geld in den gemeinsamen Firmenaufbau gesteckt hatte.

Mord aus Habgier

Der bisher nicht vorbestrafte Jörg W. sitzt seit dem 10. März in Untersuchungshaft. Die Ermittler gehen davon aus, dass der 51-Jährige zumindest in den ersten beiden Fällen – also den beiden älteren Männern – aus Habgier tötete. Er soll sich Zugang zu den Konten der Opfer verschafft haben.

Kevin R., der mit Jörg W. und dessen Ehefrau auf dem Hof in Hille gelebt hat, wurde Anfang April an seinem Arbeitsplatz in Husum festgenommen. Er sitzt seitdem ebenfalls in U-Haft. Nach Angaben von Guiskard Eisenberg, Sprecher des Landgerichtes Bielefeld, sind beide in allen drei Fällen des Mordes verdächtig. Insgesamt sind 14 Verhandlungstage angesetzt, der letzte für den 6. Dezember.

Herausforderung für die Behörde

Nicht nur der Mordfall an sich ist spektakulär. Auch die Sicherheitsmaßnahmen bei dem Prozess werden eine Herausforderung für die Behörde. Immerhin stammte Fadi S. aus einer libanesischen Großfamilie und einige entfernte Verwandte sowie Freunde der Familie haben mehrfach in den sozialen Medien Rache geschworen. Aus diesem Grund war Jörg W. nach seiner Flucht nach Bayern mit einem Polizeihubschrauber sowie unter dem Schutz des Spezialeinsatzkommandos (SEK) nach Bielefeld geflogen worden. Behörden sprachen von ernst zu nehmenden Drohungen gegen den Hiller. Er sitzt im Hochsicherheitstrakt.

Anwalt ruft zu Besonnenheit auf

Zu den Sicherheitsmaßnahmen während des bevorstehenden Prozesses in Bielefeld will Eisenberg nichts sagen. Nur so viel: „Die Umstände sowie die familiären Verhältnisse der Beteiligten sind dem Gericht bekannt.“
Derweil ruft der Verteidiger der Familie des Opfers zu Besonnenheit auf. Er habe „vollstes Vertrauen“ in die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden. „Wir werden also an der Seite der Staatsanwaltschaft Bielefeld dafür Sorge tragen, dass die Rechte der Hinterbliebenen wahrgenommen werden“, kündigt Rechtsanwalt Samir Omeirat aus Monheim am Rhein an.

vin