Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadthagen Stadt Fahrradstreifen wurden falsch aufgemalt
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Fahrradstreifen wurden falsch aufgemalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 08.12.2018
Der Fahrradstreifen sollte bereits 70 Meter vor der Einmündung in die Lauenhäger Straße enden. Stzattdessen führt er bis auf wenige Meter heran. Quelle: lht
Stadthagen

Wie berichtet, gibt es nun vor der Kreuzung zur Lauenhäger Straße eine Geradeaus- sowie eine Rechtsabbiegespur, eine schraffierte Fläche und einen Fahrradstreifen, der im Nirgendwo endet. Sowohl die meisten Autofahrer als auch die Radfahrer hätten eine andere Lösung bevorzugt – und tatsächlich ist dies auch gar nicht die Variante, die die Stadt geplant hat.

Situation für Radler noch gefährlicher als vorher

Deren Pläne sahen nämlich für die besonders gefährdeten Radfahrer eine andere Lösung vor, über die in den SN auch schon berichtet worden ist. Demnach sollte der Fahrradstreifen nicht, wie jetzt geschehen, bis auf wenige Meter an die Kreuzung heranführen. Das Problem besteht nämlich darin, dass Radfahrer, die geradeaus weiter fahren möchte, von der Rechtsabbiegespur nach links auf die Fahrbahn kommen müssen.

„Ich denke die Radfahrer sollen geschützt werden? Da passiert ja jetzt mehr als vorher. Auch wollte man doch den Fußweg mehr nach rechts verlegen, um den Radfahrern mehr Platz zu geben. Das, was da jetzt hergestellt wurde in der langen Zeit, ist Unsinn. Ich sehe nichts von dem, was vorher geplant war und in der Zeitung zu lesen war“, schreibt dazu SN-Leserin Ute Leps auf Facebook.

Auftrag an Baufirma sieht eigentlich anders aus

Und damit hat sie recht. Wie Bürgermeister Oliver Theiß gestern auf Anfrage erklärte, habe sich die ausführende Firma nicht an die Auftragsskizze gehalten. Stattdessen sollte nämlich der Radstreifen nur bis 70 Meter (Höhe des ehemaligen Ratio-Marktes) an die Einmündung führen. Dann sollen die Radler entscheiden, ob sie über einen abgesenkten Bordstein auf den Gehweg wechseln oder auf der Straße weiterfahren. Schließlich ist es gewünscht, dass Radfahrer mehr die Straße nutzen sollen.

Zwar sei ein Stadtmitarbeiter während der Arbeiten vor Ort gewesen, habe sich allerdings auf das Urteil des Betriebes verlassen. Solch eine Verkehrsführung gebe es beispielsweise auch in Nienburg. „Aber es ist nicht so, wie wir es angeordnet haben“, sagt Theiß. Deswegen werde sowohl die schraffierte Fläche als auch das Fahrradzeichen am Freitag wieder entfernt. Bis dahin werde auch die angekündigte neue Ampelschaltung nicht freigegeben.

SN-Leser überwiegend kritisch

Fahrlehrer Michael Remus macht indes noch auf eine weitere Gefahrenquelle aufmerksam – und zwar für Autofahrer. Er befürchtet, dass es zu unübersichtlichen Situationen kommen könne, wenn Autofahrer stadteinwärts fahren und auf Linksabbieger treffen, die in die Lauenhäger Straße fahren möchten. „Man fährt frontal aufeinander zu. Da muss man reaktionsschnell sein“, so Remus. Der Fahrlehrer ist der Ansicht, dass es besser gewesen wäre, stadteinwärts einen kombinierten Fahrstreifen für Rechtsabbieger und Geradeaus-Fahrer zu installieren. „Dann wäre mehr Platz gewesen, um den Radweg fortzusetzen.“

Die Reaktionen in den Sozialen Netzwerken sind hauptsächlich kritisch. Sandra Rahnis-Christoph schreibt: „Alles zu eng. Ist ein Radfahrer auf der Straße, staut sich der Autoverkehr. Sinnlos.“ Und Oliver Kratz meint: „Schildbürgerstreich. Wieder eine gefährliche Stelle geschaffen wo eigentlich eine entschärft werden sollte.“

col, jemi