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00:16 14.07.2016
Die jungen Wildgänse sollen bald ausgewildert werden. Quelle: Polizei
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STADTHAGEN

Als Grund habe die Frau angegeben, dass sie die Tiere vor Autos schützen wollte, da die Gänse ohne Schutz auf der Gartenstraße umhergelaufen seien.

„Das sie die Tiere eingesperrt und behalten hat, hinterlässt leider einen faden Beigeschmack“, sagt ein Sprecher der Polizei. Am vergangenen Freitag erhielten die Beamten vom Stadthäger Tierheim den Hinweis auf eingesperrte „wilde Enten“. Als die Polizisten in der Gartenstraße eintrafen, stellte sich heraus, dass es sich bei den Enten um Gänse handelte. Die Mieterin des Hauses, und Halterin der Gänse, war beim Eintreffen der Beamten nicht anzutreffen. Der Hauseigentümer berichtete laut Polizei, dass die Tiere seit etwa zwei Monaten in dem Gehege leben würden.

Tiere waren in einem guten Zustand

Die Mutter der Tiere war inzwischen davongeflogen. Die verwaisten Gänseküken fanden die Polizisten in einem guten Zustand auf. „Die Tiere hatten Auslauf und regelmäßig Futter bekommen“, so der Polizeisprecher. Trotz allem ist die Haltung von Wildgänsen verboten. Gegen die Stadthägerin wurde nun ein Verfahren eingeleitet mit dem Verdacht auf Jagdwilderei. Als Problem beschreibt der Sprecher, dass die Küken das Leben in der freien Wildbahn nicht kennengelernt haben und aufgrund der fehlenden Mutter auch nicht mehr lernen können.

Die geflügelten Tierkinder sind inzwischen in die Wildtierstation in Sachsenhagen gebracht worden. Dort sollen die Waisenküken nun Schritt für Schritt an das Leben in der Natur herangeführt und letztendlich ausgewildert werden. „Wer ein Wildtier in seine Obhut nimmt, trägt eine hohe Verantwortung“, weiß Stationsleiter Florian Brandes. Der Veterinär erklärt, dass Menschen, die frei lebende Tiere aufnehmen, in der Pflicht sind, diese artgerecht zu halten. Dazu zähle auch die Vorbereitung auf die Auswilderung. „Die Tiere müssen zum Beispiel lernen, wie sie in der Natur Nahrung finden.“ Auch das Schwimmen auf Gewässern gehöre zu den Ansprüchen von Wildgänsen. Brandes weiß die guten Absichten der Tierretter zu schätzen. „Doch leider sind Laien häufig mit der Haltung überfordert.“vr

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