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Fast die Hälfte aller Drittklässler kann nicht schwimmen

Lehrer warnen Fast die Hälfte aller Drittklässler kann nicht schwimmen

 Immer weniger Kinder können schwimmen. Die Stadthäger Grundschulen versuchen, ihre Schüler in den dritten Klassen mit einem halben Jahr Schwimmunterricht über Wasser zu halten. Pädagogen schätzen, dass etwa die Hälfte der Drittklässler in den Nichtschwimmergruppen anfangen.

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Das NIchtschwimmerbecken ist der richtige Ort für die Hälfte aller Drittklässler in Stadthagen. Foto: dpa

STADTHAGEN.. „Wenn die ganz unerfahrenen Kinder ihre Angst überwunden haben und am Ende mit Schwimmhilfe eine Bahn schaffen, ist das ein großartiger Fortschritt“, sagt Ursula Kreutzahler, Konrektorin der Grundschule am Stadtturm. Ihre Schule habe den Schwimmunterricht von der vierten in die dritte Klasse vorgezogen, um Defizite notfalls im folgenden Schuljahr besser kompensieren zu können.
„Viele Familien gehen mit ihren Kindern überhaupt nicht mehr schwimmen“, weiß auch Markus Peters von der Grundschule Am Sonnenbrink. Der Konrektor und Schwimmlehrer habe schon einige „Wasserscheue bis zum „Seepferdchen“ begleitet. Alle Appelle der Grundschulen an die Eltern, ihre Kinder möglichst früh in Schwimmkursen anzumelden, hätten wenig Wirkung.

An den weiterführenden Schulen tritt das Problem nicht mehr so geballt auf. Die beiden Gymnasien bieten ihren Fünftklässlern Schwimmkurse als AG an, damit im Schwimmunterricht in der sechsten Klasse niemand mehr ins buchstäblich kalte Wasser geworfen wird. „Von etwa 120 Neuschülern jährlich sind es vielleicht zwei oder drei, die Nachholbedarf haben. Die meisten haben vorher schon irgendein Zertifikat erworben“, erklärt Mittelstufen-Koordinator Kai Wolter vom Wilhelm-Busch-Gymnasium.

„Die Schwimm-AG ist eine sinnvolle und bei den Schülern beliebte Lösung“, findet auch Petra Vollbrecht, Sport-Fachbereichsleiterin des Ratsgymnasiums. Die Lehrerin habe beobachtet, dass gerade die Migranten aus den Sprachlernklassen gerne selbstbewusst behaupten, schwimmen zu können, sich tatsächlich aber kaum an der Wasseroberfläche halten. Bis zur sechsten Klasse seien die meisten Mängel behoben.

An der Oberschule Am Schlosspark schätzt Dirk Bornemann den Anteil der Nichtschwimmer dagegen immer noch auf ein Viertel der Schulanfänger. „Ein paar Schülerinnen sperren sich einfach gegen den Unterricht. Wenn die Eltern oder ein ärztliches Attest die Verweigerung decken, bleibt uns nicht viel übrig“, so der Sportlehrer. Allerdings würden sich nur etwa zwei Schülerinnen jährlich aus religiösen Gründen weigern, teilzunehmen. Schon aus zeitlichen Gründen absolvieren nach Auskunft Bornemanns nur noch wenige Schüler höhere Schwimmabzeichen innerhalb der des Unterrichts.
Torsten Herkendell vom DLRG teilt die Sorge der Lehrer, rechnet aber mit deutlich mehr schwimmfähigen Grundschülern. „Mit der bundesweiten Aktion ‚Seepferdchen für alle‘ versuchen wir aktuell mit unserem Kooperationspartner Nivea, das Personal von Kindertagesstätten und Grundschulen für die Abnahme des Abzeichens zu schulen“, schildert der Vorsitzende.

Doch sowohl freie Zeiten in den Bädern, als auch die Zahl der Lehrkräfte seien zu knapp, um das Angebot effektiv durchzusetzen. geb

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