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Faurecia: Noch ist nichts entschieden

Stadthagen Faurecia: Noch ist nichts entschieden

Es ist noch alles offen: Die am Dienstag abgebrochenen Verhandlungen zwischen dem Management von Faurecia und der IG Metall über die Ausdehnung der Arbeitszeit bedeuten für die geplante 35-Millionen-Investition offenbar nicht zwangsläufig das Aus.

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Quelle: Archivfoto

Stadthagen. „Eine Entscheidung über die geplanten Investitionen am Standort Stadthagen ist noch nicht gefallen“, teilte ein Unternehmenssprecher dazu gestern auf Anfrage mit. Der Konzern sei weiter „an einer langfristigen Zukunftssicherung in Stadthagen interessiert“.

Streitpunkt in den Verhandlungen war die zeitliche Befristung einer vom Management angestrebten Verlängerung der Arbeitszeit von 35 auf 40 Wochenstunden auf freiwilliger Basis bei vollem Lohnausgleich. Die Unternehmensleitung wollte eine Festschreibung auf fünf Jahre, die IG Metall aber nur zwei Jahre einräumen.

Zwar strebe die Geschäftsführung nach wie vor eine Fünf-Jahres-Lösung an, so der Unternehmenssprecher. Aber: „Wir haben bereits während der Verhandlungen einen Kompromissvorschlag von drei Jahren unterbreitet, der allerdings von Arbeitnehmerseite abgelehnt wurde.“ Der Sprecher deutete die Bereitschaft des Managements an, die Verhandlungen wieder aufzunehmen: „Neuen Vorschlägen von Seiten der Arbeitnehmer werden wir uns nicht verschließen.“

Anders gestern die Tonlage bei der IG Metall. In einem Infoschreiben an die Faurecia-Beschäftigten schrieb Thorsten Gröger, Geschäftsführer der IG Metall Nienburg-Schaumburg: „Alles sieht so aus, dass es der Arbeitgeberseite gar nicht um ernsthafte Verhandlungen ging.“ Er fühle sich „getäuscht und vorgeführt“, setzte Betriebsratschef Ali Umutlu hinzu.

Es sei „eine sensible Situation eingetreten“, bewertete Landrat Jörg Farr die Lage. Er sehe die für Stadthagen und Schaumburg ungemein wichtige Investition zwar als gefährdet an, „aber es besteht durchaus noch eine Chance“. Die Positionen der beiden Seiten „liegen nach meiner Einschätzung nicht so weit auseinander, als dass nicht weitere Gespräche geplant werden können“, sagte Farr. Wie diese einzufädeln sind, darüber befinde er sich derzeit mit beiden Seiten im Gespräch. „Ich bin massiv am Ball und schaue, ob man mit den Beteiligten eine gemeinsame Lösung finden kann“, fügte der Landrat hinzu.

„Es hängt am seidenen Faden“, räumte Bürgermeister Oliver Theiß ein: „Die Investition ist mit Sicherheit gefährdet.“ Man könne nur hoffen, „dass beide Seiten die Sache nicht an einem einzigen Punkt scheitern lassen, nachdem zuvor schon so viele Probleme gut gelöst worden sind“. Stadt und Landkreis, so Theiß weiter, „versuchen alles Mögliche, um die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen“. ssr

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