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Stadthagen

Faurecia: Verhandlungen sind gescheitert

Stadthagen (ssr). Als „unverantwortlich“ hat es der Betriebsrat des Stadthäger Autositzherstellers Faurecia gestern bezeichnet, dass die Geschäftsführung des Unternehmens am Montag dieser Woche die Verhandlungen über einen Interessenausgleich für gescheitert erklärt hat. Es geht um einen im Juni angekündigten Personalabbau von 90 Mitarbeitern in der Abteilung Forschung und Entwicklung.
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Der Betriebsrat habe „deutliche Bereitschaft zu zielführenden Kompromissen gezeigt“, heißt es in einem Flugblatt der Arbeitnehmervertretung. Die Arbeitgeberseite sei aber „an keinem Punkt“ bereit gewesen, von ihrer Ausgangsposition abzuweichen. Vielmehr habe diese einen Entwurf für einen Sozialplan vorgelegt, der schlechtere Konditionen beinhalte als in vergleichbaren Fällen vergangener Jahre. Dieser sei eine „Provokation“, heißt es in dem Flugblatt. Auch die Gründung einer Transfergesellschaft für die von Kündigung betroffenen Mitarbeiter sei strikt abgelehnt worden.
Besonders zu kritisieren ist nach Auffassung von Thorsten Gröger, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Nienburg-Schaumburg, dass das Management „die Gespräche abgebrochen hat, bevor richtige Verhandlungen überhaupt begonnen hatten“. Denn über das reine Vorlegen jeweiliger Konzeptentwürfe sei man nicht hinaus gekommen, sagte Gröger: „In die Verhandlung darüber waren wir noch gar nicht eingestiegen.“ Eigentlich wäre am 9. August der nächste Termin gewesen. Deshalb habe der Betriebsrat, wie rechtlich in solchen Fällen vorgesehen, den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit um Vermittlung angerufen.
Besonders erzürnt sei die Arbeitnehmervertretung darüber, dass die Geschäftsführung nicht bereit sei, über ein Konzept für eine mittelfristige Standortsicherung zu reden. Das würde vor allem eine zukunftsfähige enge Verzahnung zwischen Zentrale (1000 Mitarbeiter) und Werk (350 Beschäftigte) bedeuten. Im Gegenteil: Zwar sei in Betriebsversammlungen von einem Personalüberhang auch im Werk gesprochen worden. Wieviele der dort 350 Beschäftigen eventuell von Kündigung bedroht sein könnten, dazu verweigere das Management jede Äußerung. Aussagen oder besser ein Konzept zur mittelfristigen Standortsicherung seien von elemtarer Bedeutung, betonte Gröger.
Auf Anfrage hat die Geschäftsführung von Faurecia gestern Abend mitgeteilt: „Nach einigen Gesprächs- und Verhandlungsrunden zum Interessenausgleich (beginnend am 18. Juni) haben beide Seiten am Montag dieser Woche festgestellt, dass die jeweiligen Interessen zu weit auseinander liegen, sodass keine Einigung erwartet werden kann. Daher hat die Arbeitgeberseite das Scheitern der Verhandlung erklärt und die Einigungsstelle angerufen, wie es das Gesetz in solchen Fällen vorsieht.“


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