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Feierfreier Karfreitag „gerechtfertigt“

Stadthagen Feierfreier Karfreitag „gerechtfertigt“

Mit dem Aufruf zu einer Tanz-Demonstration an Karfreitag hat die Piraten-Partei die Diskussion um die vorgeschriebene strenge Ruhe an diesem kirchlichen Feiertag angefacht.

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Ausgelassen feiern können alle Partybegeisterten wieder am Ostersamstag. Dann gibt es keine gesetzlichen Vorschriften mehr, die das verbieten.

Quelle: pr

Stadthagen (par). Während die Kirchen Forderungen nach einer liberaleren Handhabung des Verbots zurückweisen, ist auch Klaus Pittack, Vorsitzender des Kreisverbandes Schaumburg des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), der Meinung, dass man an der Regelung festhalten sollte.

 „Es hat ja bereits eine Lockerung gegeben. Früher durfte es auch am Gründonnerstag und Ostersamstag keine Tanzveranstaltungen geben – das ist ja bekanntlich vorbei“, sagte Pittack, der sich dafür aussprach, den Karfreitag als „ruhigen Tag“ beizubehalten.

 Jörg Böversen, Pastor in der St.-Martini-Gemeinde Stadthagen, begrüßt die Einstellung des Dehoga-Vorsitzenden. „Da wir ein Land mit christlicher Tradition sind, ist es für uns eine sehr heilige Woche, in der der Karfreitag einen hohen Stellenwert genießt“, sagte er und fügte als Begründung hinzu: „Es ist ein Tag der Besinnung, an dem man sich für die christliche Identität Zeit nehmen sollte.“ Das Verständnis für den Karfreitag nehme ohnehin schon ab. „Deshalb kann man einen Tag auf die Feten verzichten – ich finde das gerechtfertigt“, sagte Böversen.

 Das Tanzverbot zu Karfreitag, heißt es vonseiten der Piratenpartei, „ist nicht mehr zeitgemäß, denn es beschränkt die Rechte und diskriminiert die Freiheit von Andersgläubigen, Agnostikern und Atheisten in unangemessener Weise“.

 Auch Discos dürfen ihre Pforten nicht öffnen – sehr zum Ärgernis einer Vielzahl junger Leute. Da es in der Kreisstadt keine reinen Tanz-Clubs gibt, betrifft das Gesetz den Tagesablauf der Kneipen- und Restaurantbesitzer nicht besonders stark. Im Stadthäger „Dudelsack“ wird beispielsweise ganz normal geöffnet sein. „Eine große Party ist natürlich nicht geplant. Man muss mit den Vorgaben des Gesetzgebers leben“, erklärte der Inhaber.

 Bei Facebook riefen Feierwütige zum Flashmob am Kölner Dom auf. „Schnappt euch MP3-Player samt Kopfhörer oder euer Kofferradio, kommt um 19 Uhr zum Kölner Dom und fangt an zu tanzen!“, heißt es in der Gruppe „Zum Teufel mit dem Tanzverbot“. Mit der Aktion wolle man gegen die „Einschränkung des Rechts auf individuelle Selbstbestimmung“ demonstrieren.

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