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Feuer in Wohnkomplex: Nachbarn helfen bei Rettung

Mutiger Einsatz Feuer in Wohnkomplex: Nachbarn helfen bei Rettung

Dramatische Szenen gestern Nacht in einem Mehrfamilienhaus an der Leinenweberstraße: Eine dreiköpfige Familie will vor den Flammen in ihrer Wohnung im zweiten Stock fliehen. Doch sie kommen nicht raus. Mutige Nachbarn schreiten ein und wollen helfen.

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Die Feuerwehr konnte die Familie mit einer Hubrettungsbühne retten.

Quelle: pr.

Stadthagen (vr,vin). Es ist kurz vor 2 Uhr. Aus der Wohnung im zweiten Stock ertönen Hilferufe. Die Nachbarn werden wach. Ernst und Margrit Bövers gehen aus ihrer Wohnung in den Flur. Es ist alles voller Rauch. Dieser strömt unter der Tür der Nachbarswohnung heraus. Der 74-Jährige rennt zurück in seine Wohnung, holt einen Feuerlöscher, während er parallel die Feuerwehr alarmiert.
Mit aller Kraft versucht der Nachbar, die Holztür zur Wohnung einzuschlagen. Offenbar kommt die Familie nicht raus, weil die Tür zweifach verriegelt ist und sie den Schlüssel in der verqualmten Wohnung nicht finden.
Plötzlich bleiben die Hilferufe aus. „Wir wussten überhaupt nicht, was los ist“, erinnert sich Margrit Bövers. „Man geht ja doch am Anfang immer vom Schlimmsten aus.“
Die Böversen rennen raus. Genauso die anderen Nachbarn aus dem Wohnkomplex. Vor dem Haus dann die Erleichterung: Die Freiwillige Feuerwehr ist mit ihrer Hubrettungsbühne bereits an das Badezimmerfenster der Familie gefahren. Dort stehen der 31-Jährige, seine 27 Jahre alte Lebensgefährtin und der vierjährige Junge. Aber auch ein Anlieger von der Herminenstraße ist vor dem Eintreffen der Feuerwehr bereits mit einer Steckleiter zur Fassade geeilt, um die Familie zu retten. Das übernimmt allerdings dann die Hubrettungsbühne.
Auch die anderen Bewohner des Acht-Familien-Wohnhauses haben sich bereits in Freiheit gerettet. Die Polizei berichtet im Anschluss, dass andere Bewohner zu keiner Zeit in Gefahr waren.
Die Familie wird mit Rauchgasvergiftungen ins Klinikum nach Minden gefahren. Es besteht keine Lebensgefahr. Die Helfer der Feuerwehr Stadthagen löschen während des sogenannten Innenangriffes die Flammen. Die Wohnung ist unbewohnbar.
Zur Brandursache kann die Polizei derzeit noch keine Angaben machen, die Räume werden noch von den Brandursachenermittlern der Polizei sowie einem Sachverständigen untersucht. Fest steht bisher lediglich, dass das Feuer im Wohnzimmer ausgebrochen ist.
Der Schrecken der Nachbarn sitzt noch am nächsten Tag merklich tief. Das Feuer ist das Gesprächsthema Nummer eins. Immerhin hätte der Wohnungsbrand auch tragischer ausgehen können.

Stadt und DRK fangen Familie auf

Noch während der 27-Jährige, seine 21 Jahre alte Freundin und der vierjährige Sohn im Klinikum in Minden lagen, mahlten in Stadthagen die Mühlen. Die Stadtverwaltung hielt Donnerstagmorgen prompt nach einer Ausweichwohnung für die Familie Ausschau. Fündig wurde sie in der Lauenhäger Straße. Dort kommen die Drei nun unter, bis die Wohnung in der Leinenweberstraße wieder hergerichtet ist. Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) holten den Schlüssel aus dem Rathaus ab und bereiteten die möblierte Wohnung vor. Die Mitarbeiter helfen den Stadthägern auch bei den Besorgungen in die kommenden Tage. Die Tafel steht der Familie offen, genauso die Kleiderkammer an der Gubener Straße. Dort können sich die Drei fürs Erste ausstatten. Außerdem gibt das DRK 200 Euro aus seinem Ersthilfe-Fonds, sagte Bernd Koller, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes, im Gespräch. Auch die Stadt will nach Angaben Kollers Mittel aus der Sozialhilfe für die Familie bereitstellen. 

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