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Stadthagen Stadt Feuerwerk trotz Flugzeugabsturz
Schaumburg Stadthagen Stadthagen Stadt Feuerwerk trotz Flugzeugabsturz
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00:19 28.03.2015
Mit einem Höhenfeuerwerk verabschieden die Schausteller die Besucher des Frühjahrs-Krammarktes.  Quelle: rg
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Stadthagen.  Angesichts des tragischen Flugzeugunglücks des Germanwings-Airbuses, bei dem 150 Menschen ums Leben kamen, fanden einige das Spektakel unangebracht.

„Mehr Pietätlosigkeit geht wohl nicht“, heißt es in einem Schreiben an die SN. Selbst wichtige politische Gespräche seien gestrichen worden, Staatsbesuche unterbrochen – da stelle sich die Frage, warum das Feuerwerk in Stadthagen aus gegebenem Anlass nicht abgesagt wurde. „Ich bin einfach nur fassungslos“, empört sich eine Stadthägerin.

„Es gibt viele Menschen, die kommen nur wegen des Feuerwerkes“, erklärt Timo Noack, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Schausteller, von denen das Feuerwerk organisiert wird. Und auch dieses Mal sei der Dienstag wieder der Tag mit den meisten Besuchern gewesen. Vor allem für Kinder sei das Abschlussfeuerwerk ein Ereignis, auf das sie sich besonders freuen. „Ich denke, dass wir auch viele Menschen enttäuscht hätten, wenn das Feuerwerk nicht stattgefunden hätte“, so Noack.

Sowohl er selbst als auch seine Schaustellerkollegen seien bestürzt: „Ich habe auch nachgedacht, zumal meine Tochter vor einem Jahr mit der gleichen Airline nach Spanien geflogen ist.“ Dennoch sei es nicht so einfach, kurzfristig alles abzusagen und vor allem auch den jüngsten Besuchern zu erklären, warum. Der Pyrotechniker sei bereits vor Ort gewesen, das Feuerwerk war aufgebaut und alles auch schon bezahlt.

„Im Falle einer Betroffenheit wie im westfälischen Haltern wäre in Abstimmung mit den Schaustellern eine Schließung des Krammarktes selbstverständlich gewesen“, heißt es in einer Stellungnahme der Stadtverwaltung, die tiefe Betroffenheit und Anteilnahme am Schicksal der Passagiere und ihrer Angehörigen bekundet. Ähnliche Veranstaltungen seien jedoch auch an anderen Orten durchgeführt worden.

Die Verwaltung bedauere es aber, wenn „einzelne Personen sich durch die Durchführung des Abschlussfeuerwerkes in ihren Gefühlen verletzt sehen“. tbh

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