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Flüchtlinge unterwegs nach Friedland

Asylsuchende aus Stadthagen können Anträge stellen Flüchtlinge unterwegs nach Friedland

Die Behörden müssen bisher Unterlassenes nachholen: Vom Stadthäger Festplatz aus fahren im Laufe dieser Woche rund 400 Flüchtlinge aus dem Landkreis mit Bussen in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Friedland.

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Stadthagen. Dort können sie – teilweise nach langer Wartezeit – ihren Asylantrag stellen. An vier Tagen starten in den Mittagsstunden jeweils drei Busse mit zusammen 100 Asylsuchenden.

Unter den betroffenen Flüchtlingen, die sich derzeit jeweils zur Mittagszeit an der Festhalle versammeln, sind viele Minderjährige, teilweise noch im Kinderwagen. Die Menschen haben Rucksäcke dabei. Sie müssen sich auf eine Übernachtung im Erstaufnahmelager einstellen. Die Flüchtlinge werden erst am Folgetag in ihre Gemeinschaftsunterkünfte oder Wohnungen nach Schaumburg zurückkehren. So soll gewährleistet werden, dass in Friedland ausreichend Zeit für das Stellen der Asylanträge bleibt.

Nach Auskunft von Kreispressesprecher Klaus Heimann ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für die „sehr kurzfristig angekündigte Aktion“ verantwortlich. Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen im vergangenen Winter sei diese für das Aufnehmen der Asylanträge zuständige Behörde damals „einfach nicht mehr dagegen angekommen“. Mittlerweile personell merklich aufgestockt, holt die Behörde mittels derartiger zentraler Aktionen das bisher Unterlassene nun nach.

Nach Darstellung von Heimann warten einige der Flüchtlinge schon sechs oder gar neun Monate darauf, einen Asylantrag stellen zu könne. „Das ist eine sehr missliche Lage“, betont der Sprecher – denn ohne eine solche Antragstellung bleibt der Zugang zum Arbeitsmarkt versperrt. Auch Integrationsmaßnahmen wie etwa ein Sprachkurs können noch nicht aufgenommen werden. „Am schlimmsten ist aber, dass die Phase der Unsicherheit, ob man ein Bleiberecht bekommt oder nicht, durch die Wartezeit verlängert wird“, hebt der Pressesprecher hervor.

Die für den Landkreis tätigen Sozialarbeiter sind laut Heimann in den vergangenen Monaten immer wieder „mit energischen Nachfragen“ von Flüchtlingen konfrontiert gewesen, wann es mit dem Verfahren denn nun endlich weiter geht. Mit der jetzt laufenden Aktion dürfen nach den Worten Heimanns kreisweit sämtliche bis dato hier lebenden Flüchtlinge einen Asylantrag stellen, die das bisher noch nicht konnten.

Im Landkreis leben nach Angaben von Heimann aktuell 2730 Flüchtlinge. Seit wenigen Monaten kommen rund 20 Asylsuchende pro Woche hinzu. Heimann rechnet damit, „dass sich die Zahl mittelfristig auf zwischen 10 und 20 Neuankömmlinge wöchentlich einpendeln wird“. Grund: „Der Flüchtlingszustrom hat, wie bekannt, erheblich nachgelassen.“ Für die kommende Zeit sei dem Landkreis signalisiert worden, „dass hin und wieder auch mal eine Woche dazwischen ist, in der gar keiner kommt“. Heimann dazu weiter: „Das ist für eine reibungslose Unterbringung der Flüchtlinge auch sehr hilfreich.“

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